THEATERBREMEN

Gelungene Premiere: „Lieben“

„Lieben“ basiert auf dem sechsbändigen autobiografischen Romanzyklus „Min Kamp“ des norwegischen Schriftstellers Karl Ove Knausgård. Der erste Teil des Projekts – „Sterben“ – hatte im vergangenen Oktober Premiere. Erneut führt Frank Abt Regie, der mit seinem Team in einem auf insgesamt sechs Abende angelegten szenisch-literarischen Projekt dem Alltag des Schriftstellers folgt. „Für jeden Teil sucht er eine besondere Form, die szenische Bilder für Knausgårds Sprache entwickelt und zugleich auf die Kraft des schlichten Erzählens setzt“, sagt Produktionsdramaturgin Viktorie Knotková. Entsprechend ist der szenische Anteil in „Lieben“ im Vergleich zum ersten Teil wesentlich größer.
Das radikale Vaterporträt in „Sterben“ wird nun in „Lieben“ ergänzt durch die kompromisslose Suche nach Nähe und Beziehung. Dabei geht es in erster Linie um den Kampf des Schriftstellers zwischen dem Schreiben und der Privatsphäre und der Frage: Wie geht das zusammen? Aufgezeigt werden der Aufbruch des Autors in ein neues Familienleben, der daraus entstehende Zwiespalt und nicht zuletzt die emotionale Überforderung seiner zweiten Frau Linda, die sich als Leserin seiner Bücher mit der Veröffentlichung ihres Privatlebens auseinandersetzen muss. Das Team auf der Bühne um Schauspieler Robin Sondermann und Musiker Torsten Kindermann wird mit Fania Sorel um eine zweite Schauspielerin ergänzt, die die Rolle von Knausgårds Frau verkörpert. Auch drei Mädchen werden mitwirken. Der Ich-Erzähler, also Knausgård, sehnt sich nach einer großen Intensität, nach einer Liebe, die auch der Alltag nicht schwächt, schildert Dramaturgin Viktorie Knotková, scheitert aber an der Absolutheit seiner Ansprüche. Zur theatralen Umsetzung fügt sie hinzu: „Es geht uns in erster Linie darum, auf die Kraft seiner Sprache und die Liebe zur Literatur zu setzen.“

Nächste Vorstellung ist am Freitag, den 14. April um 20 Uhr, Kleines Haus


Auf dem Foto sind zu sehen: Robin Sondermann und Fania Sorel
Foto & Copyright : Jörg Landsberg