THEATERBREMEN

Großer Applaus für „Endlich“

Das Duo Forstman /Freitag machte die Auseinandersetzung mit Tod und Vergänglichkeit zum Ausgangspunkt ihrer gemeinsamen Arbeit „Endlich". Zusammen mit neun Akteur*innen zwischen acht und achtzig Jahren nähern sie sich dem Themenkomplex in Form einer biografischen Fiktion. Die Premiere war am Samstag, 20. Januar im Brauhaus.

Wie und wann wird Vergänglichkeit erlebt? Dauert das Sterben womöglich das ganze Leben an? Was kommt nach dem Tod? Fünf Kinder und vier alte Menschen erforschen ihre Endlichkeit, die Abschied, Anfang oder Wandel bedeuten kann. In Gesprächen und gegenseitigen Befragungen erfolgte eine erste Annäherung an die Thematik, parallel wurde choreografisch geprobt. „Die Arbeit mit dieser heterogenen Gruppe war sehr spannend“, erzählt Birgit Freitag. „Obwohl die Kinder und Erwachsenen an ganz verschiedenen Punkten im Leben stehen und allein durch den Altersunterschied über ganz unterschiedliche intellektuelle und physische Fähigkeiten verfügen, waren die Begegnungen sehr gleichberechtigt und von großer Offenheit und gegenseitigem Interesse geprägt.“ Interessanter Weise habe sich herausgestellt, dass sie einen ganz ähnlichen Blick auf den Tod haben. Aus den Begegnungen der Gruppe destillierte sich das Material des Abends, collagierten Forstman und Freitag Texte und entwickelten Bewegungen. Teile der Gespräche bilden als Voice-over zusammen mit der Musik des Theatermusikers Thorsten zum Felde die Soundkulisse des Abends.

Das Team
Nathalie Forstman leitet seit der Spielzeit 2011/12 Junge Akteure am Theater Bremen und inszenierte bereits zahlreiche Stückentwicklungen und Textadaptionen mit Kindern, Jugendlichen und professionellen Schauspieler*innen. Zuletzt war in der Spielzeit 2016/17 ihre Umsetzung des Kinderstücks Patricks Trick von Kristo Šagor im Moks zu sehen. Im Juni 2016 wurde sie gemeinsam mit Christiane Renziehausen für ihre Arbeit mit dem Kurt-Hübner-Preis ausgezeichnet. Birgit Freitag choreografiert seit 2009 in einem künstlerischen Genre zwischen Bewegungs-Porträt und biografischer Fiktion. Für das Moks inszenierte sie 2016 das Tanzduett Eins zu Eins, das 2017 zum Festival Augenblick Mal! eingeladen war. Birgit Freitag war 2015 bereits an Nathalie Forstmans Produktion Verschwende deine Jugend beteiligt; nun setzen die beiden ihre künstlerische Begegnung in einer gleichberechtigten Zusammenarbeit fort.

Und das sagt die Presse:
„Gelungen wirkt die Inszenierung auch deswegen, weil das Bemühen um ein Miteinander in situative Bilder umgesetzt wird. […] Respekt gebührt dem Projekt nicht zuletzt auch deswegen, weil besonders die älteren Darsteller mit ihrer schonungslosen Offenheit einiges riskieren – und dabei von einer sicheren Regieführung geschützt und am Ende von begeistertem Applaus des Publikums belohnt werden.“ (Sven Garbade, Weser-Kurier am 22.01.2018)


Foto und Copyright: Jörg Landsberg.