THEATERBREMEN

Mahnmal in Gedenken an Laye-Alama Condé

Vor der Kassenhalle des Theater am Goetheplatz erinnert derzeit ein mobiler Gedenkort an den Tod von Laye-Alama Condé, der vor rund 13 Jahren im Bremer Polizeipräsidium ums Leben kam. Audiodateien in deutscher, englischer und französischer Sprache erinnern an den tragischen Vorfall infolge einer zwangsweise erfolgten Brechmittelvergabe. Zum Teil wurden die Audiodateien von Schauspieler*innen des Theater Bremen eingesprochen.

„Polizeipräsident Müller und der damalige Bürgermeister Böhrnsen haben sich bereits 2014 öffentlich entschuldigt, ich würde den Opfern der Brechmittelvergabepraxis wünschen, dass auch die Ärztekammer und die Bremer Bürgerschaft sich der Verantwortung stellen“, meint Michael Börgerding, Intendant des Theater Bremen. Zur Entscheidung des Theaters, das Mahnmal am Haus aufzustellen, fügt er hinzu: „Das Theater ist auch ein Raum der politischen Auseinandersetzung und des öffentlichen Gedenkens, daher ist es uns ein Anliegen, die mobile Installation der Initiative in Gedenken an Laye-Alama Condé temporär zu beherbergen, so lange es noch keinen dauerhaften Gedenkort in der Stadt gibt.“

Neben den Audiodateien gibt es mehrere Gedenktafeln (ebenfalls dreisprachig). Initiiert wurde das Mahnmal von der „Initiative in Gedenken an Laye-Alama Condé“. Der Gedenkort eigne sich dazu, im Rahmen von Bildungsarbeit eingesetzt zu werden, so eine Sprecherin der Initiative.

„Zwischen Ende 1991 und 2005 war Bremen das Bundesland, in der die Brechmittelvergabe am häufigsten durchgesetzt wurde. Über 13 Jahre hindurch wurde im Zuge staatlicher Beweissicherung mehrmals in der Woche jemand zum Erbrechen genötigt“, heißt es seitens der Initiative weiter.

2006 endete die Maßnahme, weil der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die zwangsweise Vergabe von Brechmitteln als Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention bewertete und einem Betroffenen 10.000 Euro Schmerzensgeld zusprach. Viele Menschen, die der Brechmittelprozedur unterzogen wurden, leben auch heute noch in Bremen.

Der mobile Gedenkort wird für mehrere Monate vor der Kassenhalle aufgebaut sein. Die „Initiative in Gedenken an Laye-Alama Condé“ setzt sich seit Jahren für einen dauerhaften Gedenkort und für eine Entschädigung aller noch lebenden Betroffenen ein.

Foto & Copyright: Jörg Landsberg.