THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz / ausverkauft (eventuell Restkarten an der Abendkasse)

Der gute Mensch von Sezuan

von Bertolt Brecht
Musik von Paul Dessau

„Nur wer die Stimme verstellt, wird endlich frei sein und gehen.“ (Tocotronic) — Drei Götter erscheinen dem Wasserverkäufer Wang: Sie fordern ihn auf, ihnen einen guten Menschen zu zeigen, der ihnen Unterkunft gewährt. Nur die Prostituierte Shen Te erklärt sich dazu bereit, die Fremden für eine Nacht aufzunehmen. Das ist heikel, denn der Beschluss der Götter lautete, dass die Welt nur weiter bestehen darf, wenn sich genug gute Menschen finden lassen. Für Shen Te, von den Göttern auserwählt und reich entlohnt, beginnt ein Hürdenlauf: Der Armut entkommen, gilt es, der gute Mensch zu bleiben, der sie ist, in einer kapitalistischen Welt, in der die Gemeinschaft um sie herum ihre Hilfsbereitschaft gnadenlos ausnutzt. Wofür lohnt es sich zu kämpfen in einer Welt, in der ‚Gutmensch‘ ein Schimpfwort ist? Was ist verwerflich und naiv an der Idee, „gut zu sein und doch zu leben“? Vielleicht gilt es, entgegen der Entscheidung der Götter, die Shen Te mit ihrem Dilemma alleine lassen, die Zerrissenheit des Menschen anzunehmen und sein Bemühen zu honorieren, damit es weitergehen kann: „Gutmensch – No one likes us. We don’t care!“

Dauer: ca 3 Stunden, eine Pause

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Pressestimmen

„Was für ein bezaubernder Abend im Theater am Goetheplatz! Poetisch und bildmächtig, verspielt und ideendrall, gewitzt und anrührend, leicht und doch von anrührender Tiefe. Alize Zandwijk […] hatBertolt Brechts […] „Der gute Mensch von Sezuan“ zeigefingerlos und moralinsäurefrei inszeniert. […] Über allem aber thront – nein, keine Gottheit – eine bravouröse Ensembleleistung. […] Mit einer beeindruckenden Arbeit hat sich Alize Zandwijk als leitende Regisseurin am Theater Bremen eingeführt. Ihre Inszenierung von Bertolt Brechts Lehrstück „Der gute Mensch von Sezuan“ ist am Theater am Goetheplatz vom Publikum begeistert aufgenommen worden.“
Hendrik Werner, Weser Kurier, 10.10.2016

„Das wieder einmal starke Schauspiel-Ensemble hat ein höchst variantenreiches Spiel geboten. […] Die Parabel vom guten Menschen, der an den Zwängen einer kapitalistischen Welt scheitert. Die Inszenierung von Alize Zandwijk zeigt dieses Scheitern als zeitloses Thema und präsentierte sich auf sehr anregende und unterhaltsame Weise.“
Christine Gorny, Radio Bremen, 10.10.2016

„Nadine Geyersbach und Fania Sorel, die jetzt – endlich! – fest im Ensemble ist, ringen diesem gemischten Doppel etliche innig-intensive Momente ab, während auch die übrigen Figuren zauberhaft gezeichnet sind. […] Alexander Swoboda als arbeitsloser Pilot Yang Sun, als dessen Mutter Gabriele Möller-Lukasz, Verena Reichardt als Witwe Shin, Susanne Schrader als Hausbesitzerin Mi Tzü […] beweisen nach „Eine Familie“ erneut Zandwijks Fähigkeit, ein Ensemble zum Vibrieren zu bringen. […] Die Musik des großartigen Beppe Costa, das Bühnenbild von Thomas Rupert, die toll überzeichneten Kostüme von Sabine Snijders, ein von Nadine Geyersbach inszeniertes Schattenspiel – und fertig ist ein unterhaltsamer Theaterabend […]“
Rolf Stein, Kreiszeitung, 11.10.2016