THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz / Premiere

Leonard Bernstein 100 – Eine Geburtstagsgala

mit dem Musiktheaterensemble, dem Chor des Theater Bremen und den Bremer Philharmonikern

„Das ist die wichtigste Komponente des Musikschaffens – die Persönlichkeit des Komponisten, der mit Kopf und Herz ‚etwas zu sagen‘ hat.“ (Leonard Bernstein)

Leonard Bernstein war einer jener außergewöhnlichen Künstler des 20. Jahrhunderts: mit Kopf und Herz war er Dirigent, Komponist, Pädagoge und Pianist. Im August 2018 würde Leonard Bernstein seinen 100. Geburtstag feiern – Anlass genug, um ihn mit einem besonderen Programm an einem ebenso besonderen Tag des Jahres zu feiern.
Mit gerade einmal 27 Jahren wurde er Chefdirigent des New York City Symphony Orchestra, seine Mahler-Interpretationen trugen wesentlich zu seiner Anerkennung als Dirigent bei und er war der erste amerikanische „Maestro“, der an der Mailänder Scala am Pult stand. Als Komponist hat er das amerikanische Musiktheater geprägt wie kein anderer – hat neue hybride Formen geschaffen, die bis heute ihre Kraft entfalten. Dabei war er nie müde, im Fernsehen oder im Konzertsaal, die klassische Musik auch einem jüngeren und nicht erfahrenen Publikum nahezubringen. Er war Humanist, der Freiheit und Ordnung, Vielfalt und Einheit als Maxime der Demokratie und der Kunst ansah.
Einer seiner großen Bewunderer, Yoel Gamzou, will ihm mit der diesjährigen Gala am Silvesterabend ein besonderes Geschenk machen: Der neue Musikdirektor des Theater Bremen hat es sich zur Aufgabe gesetzt, nicht nur die Vielfalt der Werke Leonard Bernsteins zu offenbaren, sondern auch die seiner Freunde, seiner musikalischen und geistigen Weggefährten – kurz: ein Abend, der die vielen Facetten und schier unmöglich scheinenden Talente und Stationen jenes Ausnahmekünstlers zum Ausdruck bringt. 100 Jahre Leonard Bernstein müssen gefeiert werden – mit einer Geburtstagsgala und der alljährlich aufkeimenden Euphorie zum Jahreswechsel.

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Pressestimmen

„[…] ‚Bernstein 100‘ ist dezidiert keine Greatest-Hits-Show, sondern umkreist das Schaffen und die Einflüsse des amerikanischen Dirigenten, Komponisten, Musikpädagogen und Pianisten. Gamzou […] hat auch die szenische Einrichtung des Abends besorgt, die sich auf die Musik konzentriert, aber immer wieder nette Gags bereithält. Außerdem führt er launig und locker durch ein Programm voller Überraschungen. Die größte gibt es kurz vor der Pause: Chris Lysack setzt sich an den Flügel und spielt George Gershwins „Rhapsody in Blue“. […] In seinem Arbeitsvertrag steht „lyrischer Tenor“. Bevor er sich für diese Profession entschied, ist Chris Lysack […] allerdings als Konzertpianist getourt. Auf der Bühne des Großen Hauses legt er eine verspielte und groovige Version des schwierigen Gershwin-Stücks hin – begleitet von nicht minder gut aufgelegten Philharmonikern. Der Applaus ist überwältigend, Lysack wirkt fast etwas verlegen. […] Gamzou, der sich mit Mahler-Interpretationen seinen Ruf als sensibler wie leidenschaftlicher Dirigent erworben hat, und die Bremer Philharmoniker spielen das Stück mit versunkener, anrührender Intensität und von den Harfenklängen bis zu den tiefen Kontrabass-Motiven wie aus einem beinahe wundersamen Guss. Nadine Lehner […] singt das „Urlicht“ und den „Liebestod“ aus „Tristan und Isolde“ von Richard Wagner, mit der umfassenden Präsenz ihres volltönenden Soprans. […] Das Theater hat die Oper „Candide“ im Programm, da darf die schmissig-verschmitzte Ouvertüre nicht fehlen, der Chor brilliert mit „Auto-da-fé“, Nerita Pokvytytė mit der Koloratursopran-Veräppelungs-Arie „Glitter and be gay“. Ihre Kollegin Patricia Andress bringt das nötige Bar-Jazz-Feeling mit, um (mit Israel Gursky am Flügel) „A little bit in love“ aus „Wonderful Town“ zu singen. Ein mitreißender Abend, der immer wieder beweist, welch großartiges Geschick fürs Timing Gamzou bei ganz unterschiedlichen Stücken besitzt. Erwähnt werden muss unbedingt noch Loren Langs einfühlsame Interpretation von fünf „Old American Songs“ Aaron Coplands und Christian Andreas Engelhardt als fulminanter Crooner mit „Dein ist mein ganzes Herz“ aus „Das Land des Lächelns“. […] In dieser Spielzeit wird (Gamzou) die „Fledermaus“ dirigieren und außerdem das Musical „Lazarus“ von David Bowie. Da kommt noch einiges zu auf das Theater Bremen. Fein.“ (Iris Hetscher, Weser Kurier, 2. Januar 2018)

„Ich weiß gar nicht, was mich mehr begeistert hat… Zum einen bin ich ein großer Freund der Musik von Leonard Bernstein und war mehr als glücklich, einige seiner Werke mal wieder von einem Orchester live gespielt zu hören. Dann war es das erste Mal, dass ich Yoel Gamzou in Aktion gesehen habe. Also nicht in einem Orchestergraben, sondern mitten auf der Bühne zwischen dem Publikum im ausverkauften Theater am Goetheplatz auf der einen und den Bremer Philharmonikern auf der anderen Seite. So habe ich nie einen Menschen zuvor dirigieren sehen. Und ich habe auch lange keinen Dirigenten mehr auf einer Bühne gesehen, der die Musik und seine Musikerinnen und Musiker so in den Mittelpunkt stellt. Das wiederum hat dem Orchester gut gefallen – es war so sauber und aufgeräumt und zugleich so lustvoll und energiegeladen […]. Yoel Gamzou […] nahm das Publikum an die Hand, und die Leute im Saal folgten neugierig und aufmerksam. […] Es gab […]die „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin. Übrigens mit Chris Lysack aus dem Bremer Opernensemble am Piano… Grandios! […] Als großes Finale einen Querschnitt durch die „West Side Story“, wobei ich das Gefühl hatte, dass da nicht fehlte von diesem berühmtesten und erfolgreichsten Werk von Bernstein. […] So eine Gala ist ja in der Regel ein einmaliges Erlebnis, das war aber hier anders […]. Es sind noch weitere Termine angesetzt, bis in den März hinein. Und es lohnt sich auf jeden Fall, sich Yoel Gamzou anzuschauen. […] Ich bin mir sicher und ich bin sehr glücklich darüber, dass es auch durch Menschen wie Yoel Gamzou sichergestellt ist, dass Künstlergrößen unserer Zeit auch folgenden Generationen lebendig erhalten bleiben. (Marcus Behrens, Radio Bremen 2, 1. Januar 2018)

„[…] Die Geburtstagsgala (versuchte) mit einem sehr breiten Programm den vielen verschiedenen Talenten und Facetten von Leonard Bernstein nachzuspüren. Das ist auf begeisternde Weise gelungen. Jeder andere Dirigent wäre wahrscheinlich schon nach der Ouvertüre zu „Candide“ erschöpft zusammengebrochen – wenn er sie mit einem solch körperlichen Einsatz dirigiert hätte wie Yoel Gamzou. Aber seine Energie überträgt sich derart ungebrochen auf die Bremer Philharmoniker, dass das effektvolle Stück wie im Rausch abschnurrt. Von Aaron Copland […] gibt es „5 Old American Songs“, die Loren Lang, ganz stilgerecht im roten Hemd und mit Cowboy-Hut, authentisch gestaltet, wobei ihm das lustige „I bought me a cat“ besonders gut gelingt. Der Chor des Bremer Theaters glänzt mit dem Autodafé aus „Candide“. […] „Dein ist mein ganzes Herz“ aus Lehars „Das Land des Lächelns“ fällt in diesem Programm zwar etwas aus dem Rahmen, aber dafür brilliert Christian-Andreas Engelhardt […] mit Glanz, Kraft und einer Rose in der Hand. Mit „Glitter and be Gay“ aus „Candide“ findet sich das Publikum schließlich bei Bernstein wieder. Nerita Pokvytytė kommt von einer Wendeltreppe auf die Bühne und bewältigt diese Bravour-Arie mit begeisternder Virtuosität. […] Für die Überraschung des Abends sorgt hier der Tenor Chris Lysack, den das Bremer Publikum aus vielen Partien kennt. Am Silvesterabend präsentiert er sich aber nicht nur als Sänger, sondern als Pianist. […] Wie Lysack mit kraftvollem Anschlag, mit einer Spielkultur zwischen verspielten Läufen und furiosen Akkorden das Stück meistert, begeistert. In seiner sympathischen und kenntnisreichen Moderation, die stets von herzlicher Bewunderung für Bernstein geprägt ist, stellt Gamzou die Frage, ob Gustav Mahler durch Bernstein, oder Bernstein durch Gustav Mahler berühmt geworden sei.[…] Mit dem „Adagietto“ aus seiner 5. Symphonie und dem „Urlicht“ aus seiner 2. Symphonie unterstreichen die Bremer Philharmoniker ihre oft bewiesene Kompetenz in Sachen Mahler. Dem „Urlicht“ schließt sich pausen- und bruchlos der Liebestod aus Wagners „Tristan und Isolde“ an, bei dem Nadine Lehner die immer mehr gewachsene Strahl- und Ausdruckskraft ihrer Stimme eindrucksvoll demonstriert.
Am Schluss steht dann […] „West Side Story“.[…]Von Gamzou und den Bremer Philharmonikern aufregend musiziert [...], glänzen Chris Lysack (nun wieder als Tenor), Nerita Pokvytyté, Nathalie Mittelbach, Patricia Andress und Nadine Lehner sowie der Chor des Bremer Theaters (Alice Meregaglia), der einen ergreifenden Schlusspunkt setzt. Wenn das Jahr 2018 am Theater Bremen so weitergeht, wie das alte Jahr ausgeklungen ist, kann man nur zuversichtlich sein. (Wolfgang Denker, Kreiszeitung, 2. Januar 2018)