THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz

Kleiner Mann – was nun?

nach dem Roman von Hans Fallada

„Man muss sein Herz an etwas hängen, was es lohnt.“ (Hans Fallada) — Johannes Pinneberg und seine Frau Emma Mörschel, genannt Lämmchen, erfahren, dass sie gemeinsam ein Kind bekommen. Dabei stehen die Zeiten für Nachwuchs denkbar schlecht – Wirtschaftskrise, Inflation, Massenarbeitslosigkeit. Unerschütterlich aber ist ihr Glaube an die Liebe: Wir schaffen das schon. Wir haben ja uns. Mit kindlichem Optimismus wollen sie allen Widrigkeiten trotzen, doch ökonomische Zwänge stellen das kleine private Glück bald auf die Probe. Als Pinneberg seine Stelle verliert, gehen die beiden nach Berlin. An seinem neuen Arbeitsplatz als Warenhausverkäufer machen ihm Leistungsdruck, unbezahlte Überstunden und ein tyrannischer Chef zu schaffen. Sogar Demütigungen nimmt er in Kauf, um nicht in die Arbeitslosigkeit abzurutschen. Das Wohlergehen der kleinen Familie steht auf dem Spiel. Dass Pinneberg an den Verhältnissen nicht vollends zerbricht, verdankt er Lämmchen. Unerschütterlich ist ihr Glaube an die Liebe, ungebrochen ihre Lebenskraft. Sie steht für Hoffnung, die nicht stirbt, auch wenn die Abwärtsspirale sich unaufhaltsam dreht …
In Falladas ungeheurer Liebesgeschichte kämpfen zwei junge Menschen um ihren Platz in der Welt und ringen um ihre Würde in einer Gesellschaft, in der Dazugehören ohne Arbeitsstelle undenkbar ist.

Dauer: 3 Stunden, eine Pause

Termine / Karten

Besetzung

Fotos

Pressestimmen

„Wie Johannes und Emma drei Stunden lang um ihre Liebe und ihre Zukunft kämpfen, das ist großes Erlebnistheater.“
Corinna Laubach, BILD, 4. März 2014

„Es ist eine große Tragödie geworden, weil ihr ein sowohl in sinnlicher als auch in intellektueller Dimension großartiges Bühnenbild verordnet worden ist. Und weil Schumacher darin Dialoge kreiert, die tonnenschwere Materie in federleichter Ironie verhandeln. (…) Nicht zuletzt handelt es sich einmal mehr um großartige Schauspielkunst. Mit einem Peter Fasching, der in seiner Figur eindrucksvoll die bedrohliche Kraft der Krankheit Angst entfaltet. (…) Annemaaike Bakker entwickelt Lämmchens forschen Charakter wunderbar aus ihrer Proletarierherkunft heraus: Weil ihr Armut vertraut ist, begreift sie, wie man ihr begegnen muss. Beeindruckend ist Betty Freudenbergs ausdifferenzierte Interpretation der Mutter Pinnebergs, ebenso Martin Baums arrogant polternder Unternehmer Kleinholz (…).“
Johannes Bruggaier, Kreiszeitung, 1. März 2014

„Klaus Schumacher hat den 1932 erschienenen Roman ‚Kleiner Mann - was nun?‘ von Hans Fallada jetzt in einer ebenso klug analysierenden wie packenden Inszenierung auf die Bühne des großen Hauses gebracht. (…) Klaus Schumacher verlässt sich voll und ganz auf seine acht Darsteller, die er in 21 Rollen die unterschiedlichen Stimmungen des Buches entwerfen lässt. (…) Wie Annemaaike Bakker und Peter Fasching von frischgesichtigen, naiven Liebenden langsam zu grauen, angstvollen Gestalten mutieren, ist unheimlich und schlicht großes Theater.“
Iris Hetscher, Weser Kurier, 1. März 2014

„Ein riesiges Rad aus Holz reicht über die gesamte Bühnenbreite, 6 Meter hoch. (…) Die Schauspieler hangeln sich daran, krümmen sich im Gestänge, verschwinden in der Tiefe des Rades hinter Brettern und Leisten – ein imponierendes Spiel mit Licht und Schatten. Ein gelungenes Sinnbild, für das ewige Ackern, das ewige am Rad Drehen. (…)
Am Ende gab es üppigen Applaus, durchsetzt mit einzelnen Bravorufen, auch für die Regie und das Bühnenbild, das mit großartigen intelligenten Lösungen glänzte. Regisseur Klaus Schumacher hat den Fallada-Roman geschickt eingedampft, auf Schlüsselszenen zusammen gestrichen und stark in Szene gesetzt.“
Christine Gorny, Radio Bremen, 28. Februar 2014

„Vor allem Peter Fasching als Pinneberg und Annemaaike Bakker als Lämmchen verleihen der dreistündigen Inszenierung eine ergreifende emotionale Tiefe, aber auch das übrige Ensemble füllte die Rollen von Eltern und Kollegen.
Am Ende gab es im ausverkauften Theater am Goetheplatz großen Applaus für Schauspieler und Regie, begeisterte Ovationen für Bakker und Fasching.“
Andreas Schnell, Nordwest-Zeitung, 1. März 2014

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