THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz

Maria Stuarda

Lyrische Tragödie in zwei Akten von Gaetano Donizetti
Text von Giuseppe Bardari
nach „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller

„Der Traum des Staates ist Alleinsein. Der Traum der Individuen ist, zu zweit zu sein.“ (Jean-Luc Godard) — Elisabeth Tudor ist Königin von England. Aber sie ist eben auch nur ein Mensch. Dass sie es vor allem ihrer Position verdankt, die Liste der begehrtesten Junggesellinnen anzuführen, ist ihr klar. Dementsprechend kritisch steht die jungfräuliche Königin männlichen Avancen gegenüber. Zur Sicherung der Macht allerdings wäre sie bereit, den König von Frankreich zu heiraten. Lord Leicester, ihren Favoriten, treibt das näher zu ihrer Erzfeindin Maria Stuart, in die er früher einmal verliebt war. Dass er an denkbar ungünstiger Stelle seine Liebe zu Maria gesteht, ist dann auch der endgültige Auslöser für Elisabeth, das Todesurteil für die Rivalin zu unterschreiben. Von Maria Stuart über Ludwig II. bis zu den 753,90 Euro von Christian Wulff ist es ein immerwährendes Problem der Weltgeschichte, dass Herrschende eben nicht nur Funktion sind. Aus Schillers Ideendrama formt Donizetti klingende Psychogramme zweier extrem verschiedener und doch aufs engste miteinander verknüpfter Herrscherinnen.

Dauer: ca. 2 Stunden 10 Minuten, eine Pause

Termine / Karten

Besetzung

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Pressestimmen

„Gekonnt und zwingend, wie Dirigent Olof Boman dies mit den gut disponierten Bremer Philharmonikern umsetzt. Unglaublich berührend, wie psychologisch subtil und mit wie wenig Mitteln Anna-Sophie Mahler die Situation in Szene setzt, wie überzeugend Theresa Kronthaler die Elisabeth und Patricia Andress die Maria singen und spielen. Und das bei den halsbrecherischen Koloraturen, die Donizetti verlangt.“
Elisabeth Richter, NDR Kultur, 04.04.2016

„Ein exzellent inszenierter musikalischer Psychothriller!“
Elisabeth Richter, NDR Kultur, 04.04.2016

„Die Bremer Philharmoniker unter der Leitung des schwedischen Barock-Spezialisten Olof Boman trugen das Ihre dazu bei, um das Publikum am Ende des zweieinhalbstündigen Abends in Jubelstimmung zu versetzen. „Maria Stuarda“ in Bremen – ein Opernabend, der sich lohnt.“
Margit Ekholt, Radio Bremen, 05.04.2016

„Ein musikalisches Psychogramm zweier stolzer Frauen. Vor allem die Hauptrollen sind mit Patricia Andress in der Titelrolle und der Gastsängerin Theresa Kronthaler als vermeintlich kühle Elisabeth bestens besetzt. Hyojong Kim brilliert zudem als Graf Leicester.“
Margit Ekholt, Radio Bremen, 05.04.2016

„Theresa Kronthaler war in Gesang und Ausdruck eine ungewöhnlich starke Elisabetta und stellte ein expressives, bezwingendes Porträt auf die Bühne. Patricia Andress konnte mit eher verhaltenem, weichem Sopran in ihren langen Abschiedsarien tief berühren. Hyojong Kim gab mit kräftigem Tenorstrahl der Verzweiflung Leicesters lebendigen Ausdruck. Christoph Heinrich gab mit sattem Bass den Grafen Talbot, Loren Lang den bösen Cecil.
Olof Boman ließ die Bremer Philharmoniker teilweise auf historischen Instrumenten spielen und erzeugte ein geschärftes Klangbild. Die dramatischen Zuspitzungen musizierte er geradezu atemberaubend aus. Ein großer Abend!“
Wolfgang Denker, Nordwest-Zeitung, 04.04.2016

„Anna-Sophie Mahler inszeniert das Drama kammerspielartig und hat ihre Sänger zu exzellenten, sehr fein differenzierten schauspielerischen Leistungen inspiriert. Dabei hat sie sich genau in Donizettis Musik hineingefühlt, die szenischen Aktionen sind zwingend und gehen immer mit der Musik. Der Chor in diesem Psychodrama agiert nur selten auf der Bühne. Man hört ihn aus dem Off, oder am Schluss aus dem ersten Rang des Theaters, ein toller Surround-Effekt.“
Elisabeth Richter, NDR Kultur, 04.04.2016

„In abgewrackter Gefängnisatmosphäre entfaltet Anna-Sophie Mahler aus dem historischen Stoff ein feinsinniges Psychogramm. Spannung pur!“
Corinna Laubach, Bild-Zeitung, 05.04.2016

„Und der Dirigent Olof Boman, der zum wiederholten Male überragende Operneinstudierungen vorgelegt hat, räumte furios mit dem Vorurteil auf, die Musik Donizettis sei mehr oder weniger starke und vor allem schmissige Untermalung der Singstimmen. Aufregende Perspektiven der Klangfarben, besonders der Bläser, die zupackende Wucht, die geschmeidige Feinsinnigkeit der Melodien und vor allem die unter die Haut gehende Deutlichkeit der Affekte machten allein den Orchesterpart zu einem Ereignis. Riesenbeifall für eine sehenswerte Rarität.“
Ute Schalz-Laurenze, Kreiszeitung, 04.04.2016