THEATERBREMEN

Kleines Haus

Zwei Giraffen tanzen Tango – Bremer Schritte

Ein TANZFONDS ERBE Projekt
Helge Letonja und steptext dance project

Es ist kein Duett, es wird kein Tango getanzt und schon gar nicht von Giraffen. Der erste Teil des Titels weist ins Absurde, seine Ergänzung aber mitten hinein in die Tanzstadt Bremen: Mit „Zwei Giraffen tanzen Tango – Bremer Schritte“ unternimmt Helge Letonja 2016 die künstlerische Befragung von Gerhard Bohners Ensemblestück als schöpferischen Dialog mit der Tanzgeschichte. 36 Jahre liegen zwischen dem Werk des einen und des anderen Choreografen. Die „Schritte“ der aktuellen Produktion entwerfen ihr Vorwärts im Hier und Jetzt. Die historische Bremer Pionierphase des deutschen Tanztheaters ebenso wie das Morgen im Blick, sucht Letonja nach Fortentwicklungen: Bohners Sujets, das Absurde, die Verhältnisse zwischen Individuen und Stereotypen, Lebendigem und Totem, Kunstfigur und Mensch – wie tanzen sie heute?

Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

Eine Produktion von steptext dance project in Koproduktion mit dem Theater Bremen. In Kooperation mit dem Deutschen Tanzfilminstitut Bremen und mit wissenschaftlicher Beratung durch die Akademie der Künste, Berlin. Unterstützt von: Karin und Uwe Hollweg Stiftung. Gefördert von TANZFONDS ERBE – Eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes und des Senators für Kultur Bremen.
www.tanzfonds.de


Fotos: Marianne Menke

Termine / Karten

Besetzung


  • Konzept und Choreografie Helge Letonja (Im Original: Gerhard Bohner)
  • Dramaturgie Anke Euler
  • Komposition Serge Weber (Im Original: Gerald Humel)
  • Bühne Rena Donsbach
  • Kostüme Katja Fritzsche
  • Mit Kossi Sébastien Aholou-Wokawui, Dane Badal, Leila Bakhtali, Oh Chang Ik, Konan Dayot, Irene García Martínez, Mariko Koh, Magali Sander Fett, Médoune Seck, Stylianos Tsatsos

Fotos

Pressestimmen

„Neben Weihe liegt auch Witz in der zugleich respekt- und fantasievollen Adaption. In dieser steptext-dance-project-Produktion steppen Kreaturen, die keine Bären sind, und eine verhinderte Ballarina ist zu zerbrechlich, als dass sie ohne fremde Hilfe auch nur einen Bremer Schritt tun kann. Gleichwohl machen die zehn Tänzer einen kraftvollen Eindruck; es stechen hervor der Koreaner Chank Ik Oh und die Niederländerin Leila Bakhtali. Viel Applaus belohnt virtuosen Kabelsalat und nachhalende Bremer Bindeglieder.“
Hendrik Werner, Weser Kurier, 11. Juni 2016

„Je weiter sich die Tänzer sozusagen von der Vorlage emanzipieren, um Interventionen vorzutragen, Metapositionen einzunehmen, desto farbiger wird die Darbietung. Vorträge von Gegensätzen, von denen Bohner nachgerade besessen war, bestimmen freilich den gesamten Abend: Mensch und Kunstwesen, Einzelgänger und Gruppe, Bewegung und Stillstand, Ratio und Absurdität sind nur einige der wiederholt zum Zerreißen gespannten Denk- und Tanzfiguren, die diesen Szenenreigen auszeichnen. Dabei reagiert das Publikum ohrenscheinlich besonders erfreut auf groteske Exzesse.“
Hendrik Werner, Weser Kurier, 11. Juni 2016

„Allerdings ist ‚Zwei Giraffen tanzen Tango‘ kein ‚Reenactment‘ im engeren Sinne, sondern eine Arbeit, in der Historisches auf seine Zeitgenossenschaft befragt wird, weitergedacht, beantwortet. Helge Letonja, einst Tänzer am Theater Bremen und heute als Choreograf und Kopf des Steptext Dance Projects, hat sich der Aufgabe angenommen, und das – so viel sei vorweg gesagt – mit großem Erfolg“
Rolf Stein, Kreiszeitung, 11. Juni 2016

„Das Ende bleibt angemessen offen: Bohner-Wesen und Letonja-Tänze, Humel-Flüge und Weber-Klänge werden verschmolzen und gemeinsam ausgeblendet. Die Geschichte geht weiter. Ein Tanzabend mit vielen starken Bildern – und eine faszinierende Geschichtsstunde.“
Rolf Stein, Kreiszeitung, 11. Juni 2016

„Genaue Anteile lassen sich nicht beziffern, immerhin aber erahnen in dieser renovierten, variierten, erweiterten, zugleich wunderlichen und wunderbaren Wiederaufführung, die atmosphärisch dicht und dramaturgisch schlüssig ist“
Hendrick Werner, Weser Kurier, 11. Juni 2016

„Während zunächst Bohner pur auf die Bühne gebracht wird, in strengem Schwarz-Weiß, mit bizarren Kostümen, Anflügen des absurden Theaters, kongenial instrumentiert, von dem Kompositionen Gerald Humel, durchbricht Letonjas eigener Stil die Szenerie schließlich auf allen Ebenen.“
Rolf Stein, Kreiszeitung, 11. Juni 2016
„Humel Sound […] geht über in Serge Webers eher postmoderne Klangwelt, die Wand, die zunächst die Rückwand der Bühne (Rena Donsbach) zu bilden scheint, wird durchbrochen, zunehmend farbenfroh wir das Geschehen, vor allem durch die fantastischen Kostüme von Katja Fritzsche.“
Rolf Stein, Kreiszeitung, 11. Juni 2016

„Das Original-Stück ist ja älter als die meisten der Tänzerinnen und Tänzer dieser Aufführung. Für sie wird das Tanztheater von 1980 vermutlich genauso weit weg sein wie das klassische Ballett mit Schwanensee. Vielleicht war es gerade diese Unbefangenheit, mit der es ihnen – wie ich finde – gelungen ist, den Spirit von damals aufleben zu lassen.“
Christine Gorny, Radio Bremen, 11. Juni 2016

„Es war ja 1980 ein sehr avantgardistisches Stück mit starken Bildern und eindrücklichen Kostümen, und sehr tänzerisch, mit vielen Sprungbahnen und Pirouetten. Auch heute schonen sich die Akteure nicht, eine Szene heißt zum Beispiel ‚Ein Steptänzer tanzt sich zu Tode‘, in der sich ein Steptänzer tatsächlich wild verausgabt.“
Christine Gorny, Radio Bremen, 11. Juni 2016