Vorwort
Musiktheater ist so schön und abgründig, tröstlich und verzweifelt, absurd und beglückend wie das Leben selbst. Und gerade ein Haus wie das Theater Bremen hat immer wieder neu dem Leben in unserer Gegenwart, in unserer Gemeinschaft mit den Mitteln des Musiktheaters eine Stimme gegeben. Deshalb zeigen wir neben »Klassikern« wie Richard Wagners »Tannhäuser«, der wunderbaren Operette »Das Land des Lächelns« oder Puccinis »Tosca« auch Werke, die im Theater am Goetheplatz noch nie zu sehen waren. Zum ersten Mal kommt Benjamin Brittens atmosphärisch dichtes Psychodrama »The Turn of the Screw« auf die Bühne am Goetheplatz. In einer einzigartigen Kombination spielen wir zwei Einakter: Béla Bartóks »Herzog Blaubarts Burg« zusammen mit Franz Hummels eigens für Bremen neu instrumentierter Kurzoper »Blaubart« – beide in der Regie von Rosamund Gilmore, der die Bremer Bühne schon in der Vergangheit unvergessliche Inszenierungen zu verdanken hatte. Besonders möchten wir auf unser Opernprojekt mit dem vorläufigen Arbeitstitel »All diese Tage« aufmerksam machen. Mit diesem Projekt wollen wir die Oper in Bremen einem neuen und vor allem auch einem jungen Publikum näher bringen: Moritz Eggert (Komposition), Andrea Heuser (Libretto) und Michael Talke (Regie) schreiben gemeinsam mit Jugendlichen aus verschiedenen Bremer Stadtteilen eine neue Oper und führen sie dann in einem Ensemble aus unseren Opernprofis und speziell für diese Produktion ausgewählten Bremer Jugendlichen auf. Zusätzlich verstärken wir unsere Bemühungen, Nachwuchs an die Oper heranzuführen. Grigori Frids bewegende Oper nach dem »Tagebuch der Anne Frank«, die wir auch in Schulen und Vereinen spielen werden, wendet sich an Jugendliche in unserer Stadt. Eine weitere Besonderheit unseres Programms ist die spartenübergreifende Zusammenarbeit der Oper mit dem Tanztheater Bremen in einer Choreographie von Urs Dietrich. Zusammen mit den Bremer Philharmonikern unter der Leitung von Markus Poschner bringen wir »Ein deutsches Requiem« von Johannes Brahms im St. Petri Dom zur Aufführung.
Die hohe musikalische und darstellerische Qualität des Bremer Opernensembles und seiner Gäste ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit. Mit dem hier vorgestellten Programm, das erst auf der Bühne von unseren Künstlerinnen und Künstlern mit Leben erfüllt wird, erhoffen wir uns nun auch für die neue Saison die offene, streitbare und begeisterungsfähige Anteilnahme an der vielseitigen und immer wieder neu berührenden Kunstform Oper!
Eine spannende neue Saison wünschen
Hans-Georg Wegner und Martin Wiebcke
Leitung der Oper
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