Die Räuber
nach Friedrich Schiller / Ein Schauspiel
Donnerstag, 11. März 2010, 19.30 Uhr
Theater am Goetheplatz
http://tickets.theaterbremen.de/applet/applet.jsp?dsh=true&dshurl=http://www.theater-bremen.de/info/impressum.php&agburl=http://www.theater-bremen.de/info/agb.php&vn=11512
Theater am Goetheplatz
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Termine
Wir wollen ein Buch machen, das durch den Schinder absolut verbrannt werden muss
Die Räuber nach Friedrich Schiller mit Texten von 30 Bremerinnen und Bremern
Knapp fünf Jahre vor dem Ausbruch der Französischen Revolution, im Herbst 1784, schilderte Schiller seine politischen und literarischen Erfahrungen: „Ich schreibe als Weltbürger, der keinem Fürsten dient. Ein seltsamer Missverstand der Natur hat mich in meinem Geburtsort zum Dichter verurteilt. Neigung für Poesie beleidigte die Gesetze des Instituts, worin ich erzogen ward. Aber Leidenschaft für die Dichtkunst ist feurig und stark, wie die erste Liebe”.
Schillers zentrale Themen sind immer wieder die drängenden Probleme seiner Zeit. Sein Jugendfreund Georg Scharffenstein beschreibt unmissverständlich: „Die Räuber schrieb er zuverlässig weniger um des literarischen Ruhmes willen, als um ein starkes, freies, gegen die Konventionen ankämpfendes Gefühl der Welt zu bekennen. ‚Wir wollen ein Buch machen, das aber durch den Schinder absolut verbrannt werden muss’”. Nicht von ungefähr wurde alsbald von einem anderen Kameraden Schillers für die Publikation eine Vignette „aus den Kupferstechern radiert”, die einen „aufspringenden zornigen Löwen mit dem Motto” darstellte: in Tyrannos. Schillers radikale Zeit- und Herrschaftskritik in den „Räubern“ besitzt eine Modernität, die ungeachtet aller historischen Unterschiede ungebrochen auch heute noch spürbar ist. Denn Schiller geht es auch immer um die Fragestellung, was ein politisches System für den Fortschritt der Menschheit leistet.
Schillers Freiheitskampf in den „Räubern“ korrespondiert mit den heutigen Beobachtungen des Jugendforschers Klaus Hurrelmann (Leiter der Shell-Jugendstudien), der seit einigen Jahren eine große Distanz von Jugendlichen gegenüber den politischen Parteien und auch gegenüber den demokratischen Institutionen konstatiert. „Denkbar wäre es also durchaus, dass die Verunsicherung in Protest und Widerstand mündet. Und die Jugendlichen hätten ja auch Recht, wenn sie sagten: Ihr vernachlässigt uns als neue Generation.“
Aus diesem Grund werden den Räubertexten in der Inszenierung von Volker Lösch heutige Statements von jungen Bremern hinzugefügt, die aufbegehren und die nicht in vorgegebene Muster passen. Die sich gegen das System auflehnen, systemkritisch sind, sich organisieren oder sich verweigern. Um den „Räubern“ von heute eine Stimme und Biografie zu geben. Es kommen Bremer zu Wort, die ihre Wut, Enttäuschung oder aber auch Angst über die gesellschaftliche Situation ausdrücken. Die lebendige linke Tradition in Bremen ist Ausgangspunkt für die Entscheidung, „Die Räuber“ in und mit dieser Stadt zu machen. Ausgehend von den Fragen, Wo steht die linke junge Szene in Bremen heute? Wogegen richtet sich ihre Wut und Kritik?, wurden zahlreiche Interviews mit Mitgliedern aus Antifa-Gruppen, Punkern, Mitgliedern des Fan-Projekts Werder Bremen, politisch links orientierten oder organisierten jungen Bremern geführt. Genauso kommen Jugendliche mit Migrationshintergrund und Russlanddeutsche aus Tenever zu Wort. Was sind die Gründe der Einzelnen, die Gesellschaft, das System zu kritisieren, anzugreifen oder sich zu verweigern? Wie möchten sie auf keinen Fall leben? Wie stehen sie zu dem Thema Gewalt, und wie sehen ihre persönlichen Utopien aus? Diese und andere Fragen wurden in Einzelgesprächen aufgezeichnet, transkribiert und in die stark bearbeitete Stückfassung montiert.
Die Räuber nach Friedrich Schiller mit Texten von 30 Bremerinnen und Bremern
Knapp fünf Jahre vor dem Ausbruch der Französischen Revolution, im Herbst 1784, schilderte Schiller seine politischen und literarischen Erfahrungen: „Ich schreibe als Weltbürger, der keinem Fürsten dient. Ein seltsamer Missverstand der Natur hat mich in meinem Geburtsort zum Dichter verurteilt. Neigung für Poesie beleidigte die Gesetze des Instituts, worin ich erzogen ward. Aber Leidenschaft für die Dichtkunst ist feurig und stark, wie die erste Liebe”.
Schillers zentrale Themen sind immer wieder die drängenden Probleme seiner Zeit. Sein Jugendfreund Georg Scharffenstein beschreibt unmissverständlich: „Die Räuber schrieb er zuverlässig weniger um des literarischen Ruhmes willen, als um ein starkes, freies, gegen die Konventionen ankämpfendes Gefühl der Welt zu bekennen. ‚Wir wollen ein Buch machen, das aber durch den Schinder absolut verbrannt werden muss’”. Nicht von ungefähr wurde alsbald von einem anderen Kameraden Schillers für die Publikation eine Vignette „aus den Kupferstechern radiert”, die einen „aufspringenden zornigen Löwen mit dem Motto” darstellte: in Tyrannos. Schillers radikale Zeit- und Herrschaftskritik in den „Räubern“ besitzt eine Modernität, die ungeachtet aller historischen Unterschiede ungebrochen auch heute noch spürbar ist. Denn Schiller geht es auch immer um die Fragestellung, was ein politisches System für den Fortschritt der Menschheit leistet.
Schillers Freiheitskampf in den „Räubern“ korrespondiert mit den heutigen Beobachtungen des Jugendforschers Klaus Hurrelmann (Leiter der Shell-Jugendstudien), der seit einigen Jahren eine große Distanz von Jugendlichen gegenüber den politischen Parteien und auch gegenüber den demokratischen Institutionen konstatiert. „Denkbar wäre es also durchaus, dass die Verunsicherung in Protest und Widerstand mündet. Und die Jugendlichen hätten ja auch Recht, wenn sie sagten: Ihr vernachlässigt uns als neue Generation.“
Aus diesem Grund werden den Räubertexten in der Inszenierung von Volker Lösch heutige Statements von jungen Bremern hinzugefügt, die aufbegehren und die nicht in vorgegebene Muster passen. Die sich gegen das System auflehnen, systemkritisch sind, sich organisieren oder sich verweigern. Um den „Räubern“ von heute eine Stimme und Biografie zu geben. Es kommen Bremer zu Wort, die ihre Wut, Enttäuschung oder aber auch Angst über die gesellschaftliche Situation ausdrücken. Die lebendige linke Tradition in Bremen ist Ausgangspunkt für die Entscheidung, „Die Räuber“ in und mit dieser Stadt zu machen. Ausgehend von den Fragen, Wo steht die linke junge Szene in Bremen heute? Wogegen richtet sich ihre Wut und Kritik?, wurden zahlreiche Interviews mit Mitgliedern aus Antifa-Gruppen, Punkern, Mitgliedern des Fan-Projekts Werder Bremen, politisch links orientierten oder organisierten jungen Bremern geführt. Genauso kommen Jugendliche mit Migrationshintergrund und Russlanddeutsche aus Tenever zu Wort. Was sind die Gründe der Einzelnen, die Gesellschaft, das System zu kritisieren, anzugreifen oder sich zu verweigern? Wie möchten sie auf keinen Fall leben? Wie stehen sie zu dem Thema Gewalt, und wie sehen ihre persönlichen Utopien aus? Diese und andere Fragen wurden in Einzelgesprächen aufgezeichnet, transkribiert und in die stark bearbeitete Stückfassung montiert.






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