THEATERBREMEN

2017 / 2018

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Track des Monats

Oktobertrack 2017

Was ist real? Wie funktioniert Erinnerung? Ist Vergangenheit nichts mehr als die Sehnsucht nach einer Zeit, die so nie existierte? Für seinen Track des Monats hat sich Jens Mahlstedt mit der anstehenden Premiere von Knausgård III: Spielen beschäftigt. Für den aus Bremen stammenden DJ und Musikproduzenten setzen Knausgårds Bücher der immer umfassenderen Übermacht der Daten im Netzzeitalter auf tausenden von Seiten die soghafte Sprache entgegen. Pures, unverfälschtes Ego, das sich alle Zeit der Welt nimmt, um dieser all das mitzuteilen, was auch bisher schon niemand vermisste. Mit dem Unterschied, dass Knausgård es für Mahlstedt genau deshalb schafft, realistischer zu klingen als der Rest. Music please.
Am 13. Oktober sind Jens Mahlstedt und GU (Our Label Records/Urban Jazz Groove Bremen) beim ersten Bremen Zwei YEAH YEAH CLUB zu Gast im noon. Funk, Soul, HipHop, Dancehall, Jazz: Als Resident-DJs der neuen Partyreihe gestalten sie eine außergewöhnliche Nacht im Zeichen des Groove. Trust the DJs.

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Nachrichten, Feedback und Fragen an die MusikerInnen und zum Track des Monats an den Dramaturgen Gregor Runge: grunge@theaterbremen.de

http://www.jensmahlstedt.com

Septembertrack 2017

Anlässlich der Premiere von Scherbenpark wartet der Track des Monats zum Spielzeitauftakt selbst mit einer kleinen Premiere auf. Denn für die Auseinandersetzung mit Alina Bronskys Erzählung vom Leben in einer deutsch-russischen Hochhaussiedlung verlassen die deutsch-ukrainische Pianistin Marina Kondraschewa und der aus Kolumbien stammende Pianist Sebastian Chica das ihnen vertraute Gebiet der Interpretation und zeichnen die Gefühlswelt der Protagonistin aus Scherbenpark in ihrer ersten Eigenkomposition nach. Aus der Improvisation mit erweiterten Techniken auf und im Klavier und elektronischen Mitteln lassen KONDRASCHEWA/CHICA so das fein gewobene musikalische Portrait einer Figur und ihrer Sehnsüchte entstehen.

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http://www.kondraschewa-chica.com

Junitrack 2017

Der verführerische Sound von JAY POP entsteht dort, wo die Gefühle sind. Für sein zwischen Popmusik und sanftem Rap balancierendes Songwriting spielt der Bremer Musiker mit Wörtern und Tönen, bis diese sich instinktiv zu emotional triggernden Tracks verbinden. Eine gewisse Tendenz zum schönsten aller Gefühle ist dabei nicht von der Hand zu weisen. Und so hat sich der werdende Vater zur anstehenden Premiere von Väter und Söhne zu einem Liebeslied hinreißen lassen, das hinreißender kaum sein könnte. Der Track des Monats zum Spielzeitabschluss: Darwinfinken.

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https://soundcloud.com/jaypopmusik

Maitrack 2017

Als enge musikalische Weggefährtin von Regisseurin Alize Zandwijk hat sich die niederländische Multi-Instrumentalistin Maartje Teussink längst in das kollektive Gedächtnis des Bremer Theaterpublikums gespielt. Für den Track des Monats Mai hat sie eine Probe von Tom Büngers kommendem Tanzprojekt Turnen besucht, das junge Männer aus verschiedensten Kulturen im Ringen um sich selbst und den eigenen Körper begleitet. Das Erwachsenwerden zwischen Selbst- und Fremdbildern, eigenen und fremden Idealvorstellungen hat Maartje Teussink zu einem Track inspiriert, der Motive von Freiheit, Verlangen und Versuchen variiert und das Aufwachsen als niemals endenden Prozess spiegelt.

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http://www.maartjeteussink.nl

Apriltrack 2017

Für Johannes Haase sind Grenzen lediglich dazu da, überschritten zu werden. Der Violinist pendelt schon seit Jahren beständig zwischen Bremen, Basel und Chile und tourt mit Ensembles wie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und dem Kammerorchester Basel durch die ganze Welt. In seinen eigenen Projekten versucht er stets, mit der Geige in Klanglandschaften vorzudringen, in denen sie noch nicht gewesen ist. Seinen Track des Monats zur anstehenden Premiere von Il tabarro & Gianni Schicchi hat er mit Geige, Effekten und Loops live eingespielt. Und wo Puccinis Einakter das Unausweichliche und die Grenzen der Toleranz behandeln, wohnt auch Haases improvisiertem Track eine friedliche, aber unerbitterliche Konsequenz inne, mit der er sein musikalisches Thema ausweglos durch Atmosphären, Räume und Klanglandschaften hindurch verfolgt.

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http://www.johanneshaase.com

Märztrack 2017

Die Bremer Band Art Halk hat sich zur Methode gemacht, ihre Instrumente für jeden Song untereinander auszutauschen. Die daraus resultierende musikalische Verwirrung mündet in einen Stil, den die drei Mitglieder als Neopanik Krankwave bezeichnen, was ebenso viel über den Sound wie die performativen Qualitäten der Band aussagt. Für ihren Track des Monats beschäftigen sich Art Halk anhand von Cut-Up-Techniken und Zufallsverfahren mit Hector Berlioz' Oper La Damnation de Faust und vertonen den Widerspruch der Faust'schen Erkenntnis- und Sinnsuche im sogenannten postfaktischen Zeitalter als psychedelischen Ritt zwischen Ausrufe- und Fragezeichen.

Produktion: Eric Peters und Art Halk

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http://arthalk.latenz.org/

Februartrack 2017

Der Multiinstrumentalist Stefan Kirchhoff spielt in diversen Bands und Improvisationsprojekten zwischen neuer Musik, Jazz und Electronica und ist regelmäßig am Theater Bremen zu Gast, wo er zuletzt seinen Teil zum Free Jazz-Soundtrack von Tales of survival beigesteuert hat. Für seinen Track des Monats sucht er in Bertolt Brechts Dreigroschenoper und dem Werk von Quentin Tarantino nach verbindenden Sedimenten von Trash und Proletariat. Lumpen ist eine krachige Klangcollage aus Arbeiterliedern, Westernmotiven und allem sonstigen Soundmaterial, das Kirchhoff in Bezug auf die anstehende Premiere von BANG BANG unter die Finger kommt.

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http://www.stkirchhoff.de

Januartrack 2017

Die Musik des in Bremen lebenden bildenden Künstlers und Musikers Ulli Bomans die auch unter seinem Pseudonym Schieres und mit der Band Gladbeck City Bombing erscheint, bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Techno und experimentelleren Klangformen wie Noise und Ambient. Sein letztes Solo-Album wurde auf dem Berliner Label Shitkatapult veröffentlicht, auf dem er auch mit seinem Projekt Shrubbn!! (zusammen mit Marco Haas aka T.Raumschmiere) vertreten ist. In Anlehnung an die kommende Premiere von Golden Heart lotet Ulli Bomans die Extreme der Hingabe zwischen bedingungsloser Liebe und blinder Zerstörung aus. Sein Track des Monats beschreibt einen Zustand der Abhängigkeit, der nicht nur freudvoll, sondern durchaus schmerzhaft sein kann.

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https://soundcloud.com/user-213478550

Dezembertrack 2016

Der Geiger und Komponist Benedikt Bindewald und die Singer-Songwriterin Rilli Willow leben und arbeiten zwischen Bremen, Berlin und Tel Aviv und bilden zusammen das Duo Die Auster Bunny. In ihrem Track des Monats schlagen sie eine Brücke zwischen Michel Houellebecqs provokanter Gesellschaftssatire Unterwerfung und ihrem eigenen Blick auf unsere unheimliche Gegenwart. „We chose to tell about our journey in a world where innocence is considered a crime against humanity, where others perceive you simply as an informative case study, abusing this information as an excuse to avoid their own reality. A world aching for change, but whoever attempts to change it only ends up changing himself”

Rilli Willow: Gesang, Musik, Text
Benedikt Bindewald: Arrangement, Geige, Bratsche
Tabea Schrenk: Violoncello
Dominik Zehnder: Aufnahme, Tontechnik

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http://dieausterbunny.com

Novembertrack 2016

Zwischen Barcelona, Bremen und Berlin sucht die aus Costa Rica stammende Musikerin und Performance-Künstlerin Suetszu in ihrer Arbeit stets nach der Schönheit der kleinen Dinge, nach poetischen Miniaturen und zerbrechlicher Unvollständigkeit. Für ihren Track des Monats lässt sie sich von der kommenden Moks-Premiere Patricks Trick inspirieren. Ihr Stück Unknown DNA Sequence setzt sich musikalisch mit Differenz, Tabus und Diversität auseinander – und verwandelt die ängstliche, gleichsam verwunderte Perspektive des jungen Protagonisten Patrick in eine musikalische Reflektion über das mysteriöse Unbekannte.

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http://www.suetszu.com

Oktobertrack 2016

Mit seinem von Juke, Bass und Footwork inspirierten Sound beschreitet der DJ und Produzent Terrorrhythmus einen musikalischen Pfad zwischen clubtauglichen Beats und experimentellen Soundarchitekturen. Damit liefert er so etwas wie die Signatur des von ihm mitbegründeten Labels Latenz, das sich als Plattform für musikalische Entwürfe jenseits eindeutiger Genrezuweisungen einen Namen gemacht hat. Und während Samir Akika und seine Kompanie in den Proben für die kommende Premiere Akika X noch auf dem Grat zwischen Vorstellungskraft und Realitätsverlust wandeln, stürzt uns Terrorrhythmus mit seinem dazugehörigen Track des Monats längst in einen Rausch, der bis zur Ich-Auflösung führt.

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Septembertrack 2016

Die Arbeiten des international ausstellenden Bildenden Künstlers Janis E. Müller entstehen stets in der Beschäftigung mit Klang und Bezügen zur Musik. Als Musikschaffender arbeitet Müller, der auch als Produzent und DJ tätig ist, unter dem Namen Elias Müller. Dabei liegt sein Fokus auf dem Prinzip der Verdichtung und Fragmentierung einzelner Klangbausteine. Indem er sich zwischen Field Recording, Beatwork, Sampling und elektronisch erzeugten Flächen bewegt, entstehen musikalisch durchsetzte Stimmungsbilder. Für den Track des Monats zum Spielzeitauftakt beschäftigt sich Janis Elias Müller mit Richard Wagners Parsifal.

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Junitrack 2016

Wahre Kunst entsteht aus Leiden. So jedenfalls lautet die Ausgangsthese in Joey Goebels Mediensatire Torture the Artist. Darin soll der junge Vincent zum Künstler erzogen werden, indem er stets ganz nah an die Erfüllung seines persönlichen Glücks geführt wird, um es ihm im letzten Moment wieder zu entreißen. Ensemblemitglied Peter Fasching erinnert das an den zwischen Euphorie und tiefer Traurigkeit liegenden Gefühlskontrast der Paralleltonarten D-Dur und H-Moll, von denen er sagt, dass sie auch seine eigene Musik erschreckend oft inspiriert haben. In seinem Track des Monats spielt er alle Akkordfolgen, Melodien und Riffs, die er jemals in D-Dur und H-Moll geschrieben hat, in chronologischer Reihenfolge hintereinander weg. Von vorpubertären Gehversuchen auf der Gitarre bis zu aktuell entstehenden Songs entfaltet sich so ein augenzwinkernder Querschnitt durch anderthalb Jahrzehnte künstlerischen Quälens.

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https://soundcloud.com/pfasching

Maitrack 2016

Als Radio-DJ in Belleville und Begleiter von 16 Jugendlichen in Symptom Tanz hat Martin Basman in Bremen bereits bewiesen, dass er sich auf die musikalische Ausstattung gut gelaunter Tanzabende versteht. Für den Track des Monats Mai bleibt er der Sparte verbunden und nimmt, gemeinsam mit der Sängerin XY, die kommende Tanzpremiere NEXTtoME in der Choreografie von Máté Mészáros zum Anlass für ein Duett der inneren Stimmen – ein LoFi-Noise-Pop-Song als konspirative Begegnung mit sich selbst.

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https://soundcloud.com/mattow-one

Apriltrack 2016

Sebastian Reuschel ist bildender Künstler, Musiker und betreibt das Bremer Plattenlabel ZCKR Records, das sich seit 2010 mit ausgesuchten Veröffentlichungen einen ausgezeichneten Namen als Ort ambitionierter bis avantgardistischer elektronischer Gegenwartsmusik gemacht hat. Für den Track des Monats April hat Reuschel eine frühe Probe von Klaus Schumachers Hexenjagd besucht und ausschließlich mit dort aufgenommenen Samples gearbeitet. Seine musikalische Bezugnahme verdichtet Arthur Millers Psychogramm einer dem religiösen Wahn verfallenen Mikrogesellschaft zu einem kompromisslosen Soundentwurf zwischen Getriebenheit und Verzerrung.

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Märztrack 2016

Wenn der Schlagzeuger Simon Camatta nicht wie aktuell bei Samir Akika auf der Probebühne sitzt, tourt er mit der legendären Ruhrgebiets-Jazz-Kapelle The Dorf und seinen eigenen Projekten um die halbe Welt. Für den Track des Monats März hat er sich in Anlehnung an die kommende Moks-Premiere Out of control mit der Maschinenhaftigkeit der Gegenwart beschäftigt. Sein live eingespieltes, getriebenes Drum-Solo steigert sich in Chaos und Kontrollverlust, bis sich schließlich alles in Rauschen auflöst. Übrigens: Im Rahmen der jazzahead! clubnight ist Simon Camatta im Trio mit jayrope und Stefan Kirchhoff am 23. April um 22:30 Uhr im noon / Foyer Kleines Haus auch live zu sehen, ebenso wie das Trio Frenetiko um Hip-Hop-Legende Flowin IMMO. Im Anschluss Funk-Soul-Raregroove-Party mit DJ Ubeyde von Urban Jazz Groove.

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http://www.simoncamatta.de

Februartrack 2016

Für den Track des Monats Februar wirft der gebürtige Bremer Musiker und Hörspielmacher F.S.Blumm einen Blick auf die anstehende Premiere von Alban Bergs Büchner-Überschreibung Wozzeck. Inspiriert von den Woyzeck-Themen soziale Hierarchie und Machtmissbrauch fragt F.S.Blumm, warum „zum Beispiel Arme arbeiten und ärmer werden und Reiche das Geld anderer Leute für sich arbeiten lassen und immer reicher werden.“ So wird Woyzeck bei ihm zum Flaschensammler, während dem Hauptmann und dem Arzt der Investor und Spekulant gegenüber stehen. Es geht um schicksalhafte Willkür, das Spiel mit Glück, das Abstraktum Geld, Ausgenutzt-Werden und Demütigung – nur bis zu Marie und der Liebe, sagt F.S.Blumm, ist er in seinem entzückenden Track leider nicht mehr gekommen.

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http://fsblumm.free.fr/

Januartrack 2016

Mit Veröffentlichungen auf den Labels Latenz und Betonblume ist der gebürtige Wiener Musiker und Sounddesigner Llyphon seit Jahren fester Bestandteil der Bremer Subkultur. Für den Track des Monats Januar beschäftigt er sich in Anlehnung an das Junge Akteure-Projekt Rich Kids mit der schwedischen HipHop-Crew Sad Boys um den Rapper YungLean, deren AutoTune-geprägte Soundästhetik für ihn den musikalischen Inbegriff einer „LeanBack – everything is boring“-Attitüde bildet. In Kombination mit Textzeilen aus Katy Perrys „This is how we do“ entwirft Llyphon eine Klangwelt, die uns Diamanten weinen lässt, damit wir uns die Nase mit Geldscheinen putzen wollen.

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http://soundcloud.com/llyphon

Dezembertrack 2015

Mit seinen regelmäßigen Arbeiten für Klaus Schumacher und Alexander Riemenschneider ist Tobias Vethake in Bremen als Theatermusiker bestens bekannt. Als Mitbegründer des Labels Blankrecords und unter seinem Alias Sicker Man reichen seine musikalischen Verzweigungen aber weit darüber hinaus. Für den Track des Monats Dezember hat er sich an eine Neuvertonung von Franz Schuberts Wanderer an den Mond gewagt. Darin verhandelte Schubert die Sehnsucht nach einer Idee von Heimat, die nicht an einen bestimmten Ort, sondern ein Gefühl gebunden ist, das sich überall entfalten kann. Damit bildet der Track den Bezug zur anstehenden Premiere von Istanbul, einem Liederabend über Auswanderung und Heimatlosigkeit in der Regie von Selen Kara, die sich damit zum ersten Mal als Regisseurin in Bremen vorstellt.

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http://www.sicker-man.com"

Novembertrack 2015

Als musikalische Stammbesetzung in den Arbeiten von Samir Akika liefert jayrope seit nunmehr drei Spielzeiten in beglückender Regelmäßigkeit den Sound für die stets aufs Neue überraschend wandelbaren Zugriffe des algerisch-französischen Choreografen. Seine Klanglandschaften aus verspielten Instrumentierungen, Noise, elektronischen Klängen und unverwechselbaren Harmonien sind so in den letzten Jahren zu einer echten Signatur des Bremer Tanzchefs geworden. Für den Track des Monats November erinnert sich jayrope in Bezug auf Klaus Schumachers Inszenierung von Simon Stephens Terror-Panorama Pornographie an sein persönliches Empfinden zwischen einem Aufwachsen in der privaten Sicherheitsblase im Berlin der 70er und 80er Jahre und der Verunsicherung in den zunehmend ungewissen politisch-gesellschaftlichen Szenarien einer brüchigen Gegenwart.

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http://www.kliklak.net/jayrope

Oktobertrack 2015

Den vielfältigen Sound des Berliner Musikers Matthias Krieg kennt das Bremer Theaterpublikum bereits durch seine kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Regisseur Felix Rothenhäusler, aktuell zu hören in dessen Inszenierung von Verzehrt. Als MK_elastisch ist Krieg aber auch abseits des Theaters musikalisch aktiv und steuert den aktuellen Track des Monats bei. Als Inspiration dient ihm dabei die anstehende Premiere von Peter Grimes in der Regie von Marco Štorman. In seinem Song fängt MK_elastisch die tiefe Verzweiflung und Einsamkeit dieser Figur ein, der es nicht gelingt, Vertrauen in ihr Gegenüber herzustellen und die schließlich an ihrer Umgebung zerbricht. WIR_WIR ist Peter Grimes letztes Lied auf See, sein Abgesang an die Welt der Menschen, die aus der Einsicht heraus, dass es kein elementares zwischenmenschliches Verstehen zu geben scheint, vollkommen ihren Sinn verliert.

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https://mk-unterstrich.bandcamp.com/

Septembertrack 2015

In dieser Spielzeit präsentieren wir mit dem Track des Monats in jedem Newsletter einen exklusiven musikalischen Bezug auf eine anstehende Premiere. Den Auftakt macht der Bremer Musiker und Soundkünstler Jonas Wiese der sich anlässlich der Uraufführung von David Cronenbergs Verzehrt (Consumed) in der Regie von Felix Rothenhäusler mit der Frage nach den organischen Restbeständen in synthetisierter Musik konfrontiert. In der Bezugnahme auf klassische Cronenberg'sche Attribute und Atmosphären sucht er nach einer Transformation der fast naiven synthetischen Klangwelt der 80er Jahre in einen zeitgemäßen Klangraum des digitalen Jetzt.

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http://www.jonas-wiese.de