Schauspiel

Brauhauskeller

-- kein Titel --

Es ist Krieg. Die Mutter bringt die namenlosen Zwillingsbrüder aufs Land zu ihrer Großmutter in der Hoffnung, dass sie dort sicherer wären als im Bombenhagel der großen Stadt. Die Großmutter schimpft sie „Hundesöhne“ und lässt die beiden hart für Unterkunft und Essen arbeiten. Doch die Kinder lassen sich davon nicht verschrecken. Sie sind zu klug, um in dieser Welt auf Liebe und Mitgefühl zu hoffen. Systematisch härten sie sich gegenseitig ab, um zu überleben. Lernen es, Schmerzen auszuhalten und selbst welche zu verursachen, sie trainieren sich Mitleid ab und nähern sich Schritt für Schritt der Kunst des Tötens an. Dabei werden sie von der unerbittlichen Sehnsucht nach Wahrheit getrieben. Alles, was sie erfahren und als wahr erkennen, tragen sie in das große Heft ein. Ágota Kristófs modellhafte Chronik der schleichenden Entmenschlichung zweier Kinder zu Kriegszeiten machte sie berühmt. Die große ungarisch-schweizerische Autorin schrieb ihren Debutroman Das große Heft im Alter von 51 Jahren im mühevoll erlernten Französisch während ihrer Exilzeit. Mit kurzen, harten Sätzen und schwer zu ertragender Sachlichkeit dokumentiert sie in knappen, tagebuchartigen Aufsätzen die Suche der beiden Kinder nach eigenen Moralvorstellungen.

Dauer: ca. 1 Stunde und 30 Minuten, keine Pause