Musiktheater

Theater am Goetheplatz

-- kein Titel --

Oper in drei Akten und einem Prolog
von Benjamin Britten
Text von Montagu Slater nach George Crabbe
Musikalische Leitung: Markus Poschner
Regie: Marco Štorman

„Ich war unfähig für mich selbst zu leben, und für wen sonst hätte ich leben sollen? Die Menschheit interessierte mich nicht, sie widerte mich sogar an. Es hätte einer Frau bedurft, das war die klassische, die bewährte Lösung …“ (­Michel Houellebecq) — Peter Grimes ist mit Sicherheit einer der mysteriösesten und ambivalentesten Protagonisten der Opernliteratur. In Brittens erster Oper, 1945 uraufgeführt, bleibt vieles unbeantwortet. Das Werk verrät uns nicht, inwiefern Grimes für den Tod von zwei Fischerjungen verantwortlich, ob er tatsächlich gewalttätig ist, und warum er in seiner Stadt am Meer eine solche Sonderstellung einnimmt. Wovon uns das Stück aber sehr wohl eine Ahnung vermittelt, ist die abgrundtiefe Einsamkeit, Verhärtung und Verlorenheit von Grimes, dem es nicht gelingt, in der Gesellschaft zu funktionieren und der an seiner Umgebung zerbricht. Doch welche Träume, welche Ängste und Traumata verbergen sich hinter seiner Destruktivität? Welche Stimmungs- und Seelenzustände? Marco Štorman, der erstmals in Bremen inszeniert, wirft einen Blick hinter die Fassaden und in die Innenwelten seiner Hauptfigur.

Dauer: ca. 3 Stunden 25 Minuten, zwei Pausen