Schauspiel

Kleines Haus

-- kein Titel --

Ein Visual Poem von Alexander Giesche inspiriert von Motiven aus Miloš Formans Film Man on the Moon

Welche zweiten Welten müssen wir erschaffen, um die erste Welt – die Welt der Vernunft, in der wir leben – zu ertragen? Was ist diese Welt der Vernunft überhaupt? Nach welchen Gesetzen funktioniert sie? Wohin fliehen wir und wovor? Ist genussvolle Unvernunft ein Verdrängungsmanöver der unausweichlichen Sterblichkeit? Oder lässt sich der Tod gerade durch Vernünftig-Sein herauszögern? Wie können wir überhaupt unvernünftig sein, wenn wir nicht wissen, was vernünftig ist? Ausgangspunkt für „World of Reason“ war Miloš Formans Kinofilm „Man on the Moon“ über den amerikanischen Komiker und Performancekünstler Andy Kaufman. Im Leben wie auf der Bühne arbeitete dieser stets daran, Erwartungen zu unterlaufen. Sein Witz bestand darin, gar nicht lustig zu sein. Er weigerte sich, die Grenzen zwischen Kunstfigur und eigener Persönlichkeit, zwischen Inszenierung und Realität zu offenbaren. Damit verwirrte er sein Publikum so nachhaltig, dass es seinen Tod für seinen besten Witz hielt. „What is real? What’s not? That’s what I do in my act, test how other people deal with reality.“ Gemeinsam mit der Schauspielerin Nadine Geyersbach und dem Tänzer Andy Zondag führt Regisseur und Videokünstler Alexander Giesche diese Gedanken weiter und spürt in „World of Reason“ den Ambivalenzen und der Verführung eines Zeitgeistes zwischen Vernunftsmüdigkeit, Möglichkeitseuphorie und Weltfluchtphantasie nach.

Dauer: 1 Stunde 50 Minuten, keine Pause