„Ich kann mir ein Date im Theater sehr, sehr gut vorstellen“
Im Rahmen des Black Story Month Bremen liest Anna Dushime aus ihrem Buch 1000 letzte Dates – Wie ich die Liebe suchte und etwas besseres fand. Sarah Kreuzberg, Mitarbeiterin der Marketing-Abteilung, hat mit ihr über die Dating-Tauglichkeit des Theaters und die Bedeutung des Black Story Month gesprochen.
Sarah Kreuzberg: Für Ihr aktuelles Buch haben Sie viele verschiedene Dates an vielen verschiedenen Orten gehabt. War auch eins im Theater dabei?
Anna Dushime: Leider nicht, aber ich kann mir ein Date im Theater sehr, sehr gut vorstellen, ein wenig wie ein Date im Kino, nur intensiver. Es hängt von meinem Gegenüber ab, aber im Prinzip eignen sich viele Stücke dafür. Ich denke, für ein erstes Date wäre sowas wie Kabale und Liebe gut, vielleicht etwas von Brecht? Auf jeden Fall ein Stück, das hinterher für viel Gesprächsstoff sorgt.
Und wie steht es um die Menschen am Theater? Bei uns am Haus arbeiten natürlich nicht nur Schauspieler:innen, sondern auch Beleuchter:innen, Dramaturg:innen, Maskenbildner:innen, Tontechniker:innen … Wen würden Sie am ehesten nach einem Date fragen?
Ich muss hier ganz vorsichtig antworten, denn ich will mir keine Feinde machen. (lacht) Für ein Date eignen sich Menschen aus allen Berufen am Theater, da sie fast immer ein Garant sind für spannende Gespräche. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich eher Dramaturg:innen und Tontechniker:innen anfragen. Bei Maskenbildner:innen hätte ich immer Angst, dass sie sich unterbewusst (und fast reflexartig) die ganze Zeit meine Haut anschauen und bewerten. Bei Beleuchter:innen wäre es ähnlich.
Haben Sie selbst schon mal in einem Theaterstück mitgespielt? Welche Rolle würde Sie reizen?
Meine Eltern haben in der Uni Theater gespielt und mich mit ihrer Begeisterung angesteckt. Ich habe in der Schule dann in Sartres Das Spiel ist aus Madame Barbezat gespielt. Hat mir großen Spaß gemacht! Ich würde sehr gerne mal wieder auf einer Theaterbühne stehen, habe aber auch sehr großen Respekt vor dem Job!
Seit diesem Jahr moderieren Sie am Schauspiel Dortmund die Gesprächsreihe „Konfliktzone“, in der Sie mit unterschiedlichen Persönlichkeiten aus Medien, Kultur und Gesellschaft über Freiheit, Verantwortung und unser Miteinander diskutieren. Das Format soll einen – offenen, kontroversen und respektvollen – „Raum für Reibung“ bieten. Was hat Sie motiviert die Moderation zu übernehmen? Was erwarten Sie von den Gesprächen?
Ich liebe es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und kann mir keine bessere Beschäftigung vorstellen, daher war es ein Riesengeschenk, als das Theater Dortmund auf mich zukam und mich bat, die Reihe von Aladin El-Mafaalani zu übernehmen. Ich habe erst gezögert, weil ich Angst hatte, in die großen Fußstapfen Aladins zu treten, aber die Aufgabe war zu schön, um sie nicht zu machen.
Ihre Lesung bei uns im Theater Ende Februar findet im Rahmen des Black Story Month statt. Welche Bedeutung hat der Monat für Sie?
Ich wünschte, es bräuchte den Black Story Month nicht, aber solange wir ihn brauchen, ist er mir sehr wichtig. Ein Monat, in dem Schwarze Menschen, unsere Geschichte(n) und unsere Arbeit im Vordergrund stehen. Ich sage aber immer gerne an die weiße Mehrheitsgesellschaft: Ihr dürft euch auch außerhalb des Black Story Months damit beschäftigen – es ist nicht illegal.
Anna Dushime ist in Kigali geboren, in England zur Schule gegangen, hat am Niederrhein Abitur gemacht und in den Niederlanden studiert. Als Kolumnistin schrieb sie von 2019 bis 2022 für die taz regelmäßig über Dating, Rassismus und alles dazwischen. Sie war als Autorin, Moderatorin und Redaktionsleiterin u.a. für das preisgekrönte Satire Format Browser Ballett tätig. Ihre Show „Der letzte Drink mit Anna Dushime“ wurde 2024 in der Kategorie „Unterhaltung“ mit dem Grimme Preis ausgezeichnet. Ihr Buch „1000 letzte Dates – Wie ich die Liebe suchte und etwas Besseres fand“ erschien im Oktober 2025 bei KiWi und landete auf der SPIEGEL Bestsellerliste.
Black Story Month: Anna Dushime
Die Autorin liest aus „1000 letzte Dates – Wie ich die Liebe suchte und etwas Besseres fand“
Moderation: Maimuna Sallah
Mittwoch, 25. Februar um 19:30 Uhr
Theater am Goetheplatz (Foyer)
Tickets über Kwanzaa Book & Coffee Shop, Am Dobben 65, 28203 Bremen
Anmeldung: blackstory.month@gmx.de
Solidarisches Preissystem: 10 € / 15 € / 20 €
Veröffentlicht am 2. Februar 2026.