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Schauspiel #Woyzeck

Ein Drama gewordenes Flugblatt

Ein Einblick in die Arbeit von Gintersdorfer/Klaßen. Ein Text von Schauspieler Hauke Heumann über die Produktion „Woyzeck. Ein Singspiel für die, die nicht an die Macht wollen“.

Woyzeck von Sozialrevolutionär Georg Büchner ist Drama gewordenes Flugblatt. Büchner zeigt eine gewalttätige Gesellschaft, die das Quälen der Schwächsten verinnerlicht hat, und ruft damit zum Handeln auf. Gleichzeitig schildert Büchner neue Entwicklungen in Medizin und Philosophie und führt diese in grotesken Charakteren ad absurdum. Das Ganze wird in der spätromantischen, vorexpressionistischen Sprache des Vormärz präsentiert, als extrem verdichtetes Schauerstück.

In Woyzeck. Ein Singspiel für alle, die nicht an die Macht wollen, fragmentieren wir das unabgeschlossen gebliebene Stück weiter. Mit Spieler:innen des Bremer Ensembles und langjährigen Spieler:innen von Gintersdorfer/Klaßen, sowie Musiker Ted Gaier. Der zeitliche Abstand zu Büchner, die Schilderung von Subproletariat, die körperliche Gewalt im Stück stellen schwierige Aufgaben in der Bühnenrepräsentation dar. 

Der Abend wird schließlich ein Singspiel.

Wir finden eine Annäherung über die extreme Stilisierung der Vorgänge in der Wozzeck-Oper von Alban Berg, die Ted Gaier sampelt. Teile der Oper werden in Industrial- und Dubsounds überführt. Weitere Songs entstehen während des Probenprozesses in der diskursiven Auseinandersetzung mit Themen wie Justizsystemen, der Militarisierung der Gesellschaft, dem echten Fall Woyzeck und der Witwe Woost, dem Begriff Femizid und der Darstellung von Opfergeschichten, Speziesismus und Anthropozentrismus, aber auch persönlichen Geschichten, weil fast alle erlebt haben, wie Liebe mit Gewalt verknüpft sein kann. Der Abend wird schließlich ein Singspiel. Unterschiedlichste Übersetzungsvorgänge, von Sprache in Sprache, von Wort in Bewegung, von Musik in Bewegung, erschaffen jetzt einen Kosmos, der einzelne Büchner-Sätze vergrößert und ihnen Raum in den Körpern gibt. 

Wir erkunden eine Bewegungssprache, die einzelne Wörter in Tanz umsetzt. Dieser Transfer ermöglicht Kommunikation, auch wenn nicht dieselbe Sprache gesprochen wird.

Die Übersetzungen von Deutsch ins Französische und umgekehrt wird Teil einer Annäherung an ein Fragment, indem wir spekulierend den Dynamiken der Figuren in Büchners Drama nachspüren. Wie wirkt sich die transmediale Übersetzung auf Körper und Sprache aus? In einzelnen Szenen sind wir hier so nah am Stück wie noch nie zuvor in einer Klassikeradaption von uns, die Bühnensituation ist aber geöffnet: Aktionen finden im Hof vor dem noon, auf der Hinterbühne und auf der Bühne des Kleinen Haus selbst statt – mit Parallelszenen und durational performances.

Knut Klaßens Bühne setzt auf Nachhaltigkeit in der Weiterverwendung schon öfter benutzter Materialien und Elemente, ein Hauptobjekt im Kleinen Haus ist eine Fortentwicklung des „Nathan-Wischers“, der in der letzten Produktion Nathan der Weise. Ein Weichmacher für den Glaubenspanzer von Gintersdorfer/Klaßen zum Einsatz kam.

 

 

veröffentlicht am 14. April 2022

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