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#Interview Und außerdem

irgendetwas kam immer dazwischen

„Es ist nie zu spät, hoffentlich“, beginnt die Mail von Günter Dittmer ans Theater Bremen. Darin fragt er, ob er seinen 51 Jahre alten Theatergutschein womöglich noch einlösen könne (Spoiler: natürlich nicht). Diana König, Leiterin der Presseabteilung, hat ihn und seine Frau getroffen und gefragt, was denn so dazwischengekommen ist.

Diana König: Lieber Herr Dittmer, Sie haben uns geschrieben, Sie hätten einen Gutschein für 2 Theaterkarten wiedergefunden. Der Gutschein gehörte zu Ihrer Neubürgerbegrüßung im Januar 1974. Und er ist natürlich abgelaufen, denn Gutscheine verlieren nach drei Jahren ihre Gültigkeit. Wir fanden Ihre Mail aber so lustig, dass wir Sie gern einladen würden, bei uns etwas anzuschauen. Vorher würde ich aber echt gern wissen: Was haben Sie denn die ganze Zeit gemacht? Waren Sie im Kino?

Günter Dittmer: Es ist irgendwie immer etwas dazwischengekommen. Das kennt man ja, das Berufsleben, wir haben ein Haus gebaut …

Brigitte Dittmer: Wir haben zwei Kinder bekommen – und später dann noch zwei Enkel.

Günter Dittmer: Wir sind schon kulturell interessiert, wir waren in der Glocke und auch im Metropoltheater, wir gehen gern in Ausstellungen und Museen. Aber irgendwie haben wir es nie geschafft, den Gutschein hier einzulösen.

Brigitte Dittmer: Aber wir wollten, deswegen haben wir den Gutschein damals ja auch aufgehoben.

Ich habe mal ein bisschen zusammengestellt, was Sie in den 51 Jahren hier bei uns im Theater so verpasst haben: Acht Intendanzen (Peter Stoltzenberg, Arno Wüstenhöfer, Tobias Richter, Hansgünther Heyme, Klaus Pierwoß, Hans-Joachim Frey, Interimsleitung durch Direktorium, Michael Börgerding), zehn Inszenierungen, die zum Berliner Theatertreffen oder zur Tanzplattform eingeladen waren, mehrere Hundert Premieren in Musiktheater, Schauspiel, Tanz und Jungem Theater und wirklich abertausend Vorstellungen …

Günter Dittmer: Sie machen mich traurig.

Ja wir waren auch enttäuscht, dass Sie nicht gekommen sind, ich meine, Sie müssen sich das mal vorstellen: Wir planen, lernen unseren Text, schreinern, bauen, bemalen unsere Bühnenbilder, nähen Kostüme, richten das Licht und den Ton ein, erarbeiten eine ganze Inszenierung … und Sie kommen einfach nicht. Wie fühlen Sie sich damit?

Günter Dittmer: Wo Sie das jetzt so sagen, wirklich schlecht.

Brigitte Dittmer: Wir wissen sogar, wie viel Arbeit das ist am Theater! Meine Tante hat im Einlassdienst vom Theater Bremen gearbeitet, sie hat aber kurz bevor Günter hergezogen ist, aufgehört.

Wie kam es denn jetzt, dass Sie sich an die Gutscheine erinnert haben?

Günter Dittmer: Der Grund dafür, dass ich damals nach Bremen gezogen bin, sitzt neben mir: Brigitte. Ende 1973 bin ich hergezogen, wir hatten uns bei unserer Ausbildung an der Handelsschule kennengelernt und 1976 haben wir geheiratet. Die Hochzeit haben wir damals in einem Lokal gefeiert und weil wir nächstes Jahr Goldene Hochzeit haben, dachten wir an diesem verregneten Sonntag, wir schauen mal, ob wir noch die Speisekarte und die Rechnung vom Hochzeitsessen finden.

Brigitte Dittmer: Ich hebe so etwas alles auf – erstmal haben wir aber dann unsere Liebesbriefe von damals wiedergefunden und die gelesen. Naja, und den Gutschein hatte ich eben auch aufgehoben.

Günter Dittmer: Und ich dachte, ich schreib dem Theater mal – vielleicht haben die Humor.

Was haben Sie denn noch so alles gefunden beim Aufräumen? Gabs damals für Neubürger noch mehr Gutscheine? Was haben Sie verpasst und welche haben Sie eingelöst?

Günter Dittmer: Neubürger-Begrüßungs-Gutscheine haben wir keine mehr gefunden. Aber ich habe an dem Nachmittag so aus Jux auch dem Lokal, in dem wir unsere Hochzeit gefeiert haben, die alte Rechnung geschickt – so ein bisschen in der Hoffnung, dass sie da auch irgendwie drauf reagieren. Da ist aber bisher nichts passiert.

Wir haben natürlich mit der Leitungsrunde über Ihre Anfrage gesprochen und waren uns schnell einig, dass wir Sie und Ihre Frau gern ins Theater einladen, auch wenn die Gutscheine natürlich nicht mehr gültig sind. Unser Dramaturg im Tanz hat vorgeschlagen, dass Sie sich Tomorrow we dreamed of yesterday (Morgen träumten wir von gestern) anschauen und der Dramaturg im Schauspiel meinte, Sie könnten gut Solange wir leben sehen, da der Roman ungefähr die Zeitspanne abdeckt, die Sie nicht bei uns im Theater waren. Was haben Sie sich denn ausgesucht?

Brigitte Dittmer: Wir haben uns tatsächlich für Solange wir leben entschieden. Ich lese gern und mag den Autor David Safier. Und es ist ja auch eine Bremer Geschichte.

Was meinen Sie, geben Sie mir nach dem Besuch nochmal eine Rückmeldung – vielleicht kommen Sie ja jetzt öfter?

Günter Dittmer: Wir melden uns auf jeden Fall!

Veröffentlicht am 27. Oktober 2025.

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