Schauspiel

Kleines Haus / Premiere

Raub. Verladene Erinnerungen

Uraufführung
Ein dokumentarischer Leer-Raum
von Melina Spieker und Jan Grosfeld
im Anschluss Premierenfeier

„Die Welt erkaltete, der Mensch verblich.“ (Else Lasker-Schüler) — Dezember 1942: Ein Frachter erreicht Bremen, gechartert hat ihn die Firma Kühne + Nagel. Er transportiert Möbel und Hausrat in die Hansestadt, geraubt vom NS-Regime aus den Wohnungen europäischer Jüdinnen und Juden. Der Transport ist Teil der systematischen Enteignung der jüdischen Bevölkerung durch Nazideutschland. Versteigerer, Gerichtsvollzieher und Finanzbeamte verkaufen das Raubgut im Weserstadion, im Auktionslokal im Bremer Schnoorviertel, in einer Turnhalle, im Hafengebiet. Die Bremer Bevölkerung strömt zu den Verkäufen und macht sich so zur Mittäterin der antisemitischen Vertreibungen und Deportationen. „Raub. Verladene Erinnerungen“ beschäftigt sich mit der Frage, wie Einzelne, Unternehmen und Institutionen aus dem Unrechts¬system der NS-Diktatur Profit schlagen konnten – bis heute. Welche verdrängten Überreste umgeben uns, welche Geschichte(n) erzählen sie? Und wie können wir für die Zukunft erinnern?