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#welttanztag Tanz

Manifesto International Dance Day 2026

Am 29. April 2026 feiert die freie Tanzszene erstmals gemeinsam mit dem Theater Bremen und Unusual Symptoms den Internationalen Tag des Tanzes. Ein Text von Antonio Jorgos Papazis und Leila Bakhtali für das Netzwerk Tanzinitiative.

Szenenimpression aus der Tanzproduktion „The Last Dance“

––– english version below –––

Heute feiern wir den Internationalen Tag des Tanzes und nehmen uns einen Moment, um den Tanz als Kunstform, als Beruf und als eine Bewegung zu würdigen, die dem Menschsein innewohnt.

Warum tanzen wir? Wir tanzen, weil wir an seine transformative Rolle in der Gesellschaft glauben. Wir tanzen, weil wir es brauchen, weil sich die Welt manchmal so überwältigend anfühlt und der tanzende Körper dann einen Weg findet, diese komplexen Emotionen zu verarbeiten und in sinnvolles Handeln zu verwandeln, in Heilung, Resilienz, in Kunst.

Wir tanzen, um uns mit dem Ungreifbaren zu verbinden, um Teil von etwas Größerem zu sein. Wir tanzen, weil es uns wichtig ist, weil Tanzen ein Akt der Liebe sein kann, uns selbst und anderen gegenüber. Wir tanzen, um die Erde unter unseren Körpern zu spüren und uns daran zu erinnern, dass wir mit der Natur und ihren Zyklen verwoben sind. Wir tanzen, um zu feiern, wir tanzen, um zu trauern. Wir tanzen, um uns zu befreien.

Wenn wir Tanz sehen, wird tief in uns etwas berührt. Ein geteilter Raum öffnet sich zwischen Tanzenden und Publikum; ein Raum, in dem die Zeit vergessen wird und Präsenz unsere Seelen berühren kann. Weil wir keine getrennten Wesen sind, macht es unsere menschliche Verbindung spürbar, jemandem beim Tanzen zuzusehen, beim Tanzen gesehen zu werden oder gemeinsam zu tanzen. Wer einen solchen Moment kennt, trägt etwas weiter. Still. Einen Menschen, einen Raum nach dem anderen. Was wäre also eine Gesellschaft ohne Kunst, ohne Kultur, ohne Tanz?

In einer Zeit, in der Maschinen lernen, Muster zu erkennen, Bilder zu erzeugen, Sprache zu imitieren, stellt sich eine weitere Frage: Was bleibt menschlich? Vielleicht ist es das, was der tanzende Körper weiß. Ein verletzliches, waches, flüchtiges, unberechenbares Da-Sein in einem Körper, der nicht weiß, was als Nächstes kommt. Tanz verlangt keine Antwort. Er verlangt ehrliche Anwesenheit.

Tanz ist eine künstlerische Disziplin und auch ein Beruf. Heute feiern wir alle Tänzerinnen und Tänzer, Choreografinnen und Choreografen, Probenleiterinnen und Probenleiter, Tanzpädagoginnen und Tanzpädagogen, Organisationen und Institutionen, die so hart dafür arbeiten, diese Kunstform lebendig und sichtbar zu halten. Wir feiern auch all die Tänze, die unseren Tag erhellen oder uns lebendig fühlen lassen; einen Tanz im Theater, im Wohnzimmer, beim Warten an der Bushaltestelle, einen kleinen Tanz mit dem Großvater in seinem Seniorenheim.

Also, lasst uns weiter tanzen. Wo auch immer, wann auch immer.

Happy International Dance Day!

 

––– english version –––

On April 29, 2026, the independent dance scene will celebrate International Dance Day for the first time in collaboration with Theater Bremen and Unusual Symptoms. A text by Antonio Papazis and Leila Bakhtali for the Tanzinitiative network.

Today we celebrate International Dance Day and take a moment to honour dance as an art form, as a profession, and as a movement inherent to being human.

Why do we dance? We dance because we believe in its transformative role in society. We dance because we need to, because sometimes the world feels so overwhelming, and then the dancing body finds a way to digest and turn these complex emotions into meaningful action, into healing, resilience, into art.

We dance to connect with the intangible, to feel part of something larger. We dance because we care, because dancing can be an act of love towards ourselves and towards others. We dance to sense the earth below our bodies and remember that we are interwoven with nature and its cycles. We dance to celebrate, we dance to mourn. We dance to set ourselves free.

When we watch dance, something might be stirred deep inside. A shared space opens between dancers and audience; a space where time is forgotten and presence might touch our souls. Because we are not separate entities, watching someone dance, being watched whilst dancing, or dancing together makes our human connection evident. Whoever knows such a moment, carries something forward. Quietly. One person, one room at a time. So then, what would a society be without art, without culture, without dance?

In a time when machines learn to recognise patterns, generate images, imitate language, another question rises: What remains human? Perhaps it is what the dancing body knows. A vulnerable, awake, fleeting, unpredictable being-there in a body that does not know what comes next. Dance demands no answer. It demands honest presence.

Dance is an artistic discipline, it is also a profession. Today we celebrate all the dancers, choreographers, rehearsal directors, directors, dance teachers, organisations and institutions who work so hard to keep this art form alive and visible. We also celebrate all the dances that brighten up our day or make us feel alive; a dance at the theatre, in the living room, whilst waiting at the bus stop, a little dance with your grandfather in his elderly home.

So, let’s continue to dance. Wherever, whenever.

Happy International Dance Day!

 

Veröffentlicht am 29. April 2026.

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