skip_to_main_content
  • Kalender
  • Programm
  • Ensemble
  • Junges.Theater
  • Karten
  • Abos / Theatercard
  • Service
  • Barrierefreiheit
  • Jobs
  • Partner:innen
Menü
Suche
Suche
Theaterbremen
Suche
  • Kalender
  • Programm
  • Ensemble
  • Junges.Theater
  • Karten
  • Abos / Theatercard
  • Service
  • Barrierefreiheit
  • Jobs
  • Partner:innen
Tanz #StartingFromScratch #SchäfchenImTrockenen

Ob Schaf oder Scratch: Hauptsache erzählen!

Wie es ist die Seiten zu wechseln? Schauspielerin Karin Enzler hat beim Tanzstück Starting From Scratch die Dramaturgie übernommen.

In der Inszenierung Schäfchen im Trockenen, nach dem Roman von Anke Stelling in der Regie von Nina Mattenklotz, spiele ich Resi, eine Frau in den Mittvierzigern, Künstlerin und Mutter von vier Kindern. Sie sorgt sich um die finanzielle und soziale Sicherheit ihrer Familie und entscheidet aus einem vermeintlich politischen Movens heraus, mit der Wahrheit nicht mehr hinterm Berg zu halten. „Wutrede“ wird der Text in den Rezensionen genannt. Aber ich denke, alles, was sie sagt und dadurch in Bewegung bringt, hängt mit Angst zusammen. Angst davor, ausgestoßen zu sein, es nicht geschafft zu haben, mit dem Unvermögen und den lebenserhaltenden Lügen der Mutter oder einer ganzen Generation falsch umgegangen zu sein, dieselben Fehler zu wiederholen, nichts verändern zu können, unwissend und machtlos zu sein. Sie verfällt der trügerischen Hoffnung, komplexe Zusammenhänge durch bloße Benennung entschärfen zu können. Ich glaube, es gelingt ihr nicht. Aber sie scheitert auch nicht. Sie hat sich in den Zusammenhängen, in denen sie steht, neu positioniert. Der Stoff wirkt in seiner Alltäglichkeit oft unsichtbar und hat dadurch einen umso mächtigeren Einfluss auf unser Leben – jedenfalls auf meines!

Bei der Tanzproduktion Starting From Scratch von Andy Zondag handelt es sich um einen abstrakteren Stoff: von Anfang an anfangen.

Diese Erzählung entstand ohne Romanvorlage, dafür aber vor dem Hintergrund einer Menge Gedanken und Erfahrungen der letzten Zeit. Ausgangspunkt ist eine künstliche Annahme, wie es das Theater immer ist, eine Laborsituation, die den Ausschluss von Wirklichkeit fordert, um sich der Untersuchung einiger Fragen zu widmen. Alles unter dem Vorbehalt, dass nichts aus sich selbst heraus beginnen kann. Es ist unnatürlich, den Vorlauf oder die Vergangenheit zu löschen. Darüber hinaus ist es gefährlich, sich den Schöpfungsmoment leichthändig anzueignen: eine Hybris, eine Überheblichkeit, die zu wahrhaftig tollen Erzählungen führt, auch auf Theaterbühnen! Zum Glück also haben wir die Möglichkeiten der Kunst: Sie schützt uns vor den Parametern und Gesetzen der natürlichen Welt und ermöglicht uns, alternative zu erschaffen. Andererseits ist Strating Form Scratch eine sehr natürliche Annahme, zumal scratch auch „Schürfung“ heißt, also vielleicht eine kleine Wunde meint, die heilen will und auch heilen kann.

Am besten, wenn man sie nicht zuklebt und viel Luft dran lässt.

Ich kenne Andy seit vielen Jahren. Wir haben uns im visual poem Der perfekte Mensch (2013) von Alexander Giesche und Regula Schröter als Performer*innen kennen und schätzen gelernt. Auch in der Folgearbeit Lost hat uns die Suche zwischen bewährten und unbekannten Erzählstrukturen angefeuert und verbunden und die stoffliche, wie auch persönliche Freundschaft vertieft. Als er mich gefragt hat, ob ich in Scratch Dramaturgie und künstlerische Mitarbeit übernehmen möchte, habe ich sofort zugesagt. Man kann durchaus von glücklicher Fügung sprechen, dass Andys erste große Regiearbeit in die Praktikumsphase meines Masterstudiums (Angewandte Philosophie) gefallen ist, welches ich im Frühjahr 2020 ergänzend zu meiner Arbeit als Schauspielerin aufgenommen habe und während den Lockdowns gut voranbringen konnte, und dass unser Vorhaben bei Intendanz und Dramaturgie auf offene Ohren gestoßen ist. 2018 hatte ich in Jenseits-Paula von Bernd Freytag schon einmal Dramaturgie gemacht und da vor allem mit der Stückentwicklung und dem Umgang mit Sprache zu tun.

Sprache, Sound, Erzählung, das waren schon immer thematische Linien, die mich angezogen haben.

Zum Tanz hatte ich immer eine große Affinität, aber ich habe mich nie mit den Entstehungsprozessen auseinandergesetzt. So war es sehr interessant zu erleben, wie unterschiedlich der Umgang mit Körper oder Sprache im Vergleich zum Schauspiel ist. Es gibt natürlich viele verschiedene Möglichkeiten, wie Spiel aufgefasst werden kann. Aber diesen hohen Grad von Anbindung an die Performer*innen kannte ich nicht. Ich hatte das Gefühl, dass alles, was auf der Bühne passierte, immer in einer Art unmittelbarem Abgleich stattfand, als würden die persönlichen Resonanzen auf das, was man tut, immer mit einbezogen.

Bedeutung hatte plötzlich eine ganz andere Bedeutung! 

Die Erfahrungen in den verschiedenen Disziplinen bereichert mein Berufsverständnis. Arbeitsfelder werden aktiviert und miteinander verbunden, rufen immer wieder unterschiedliche Teile meiner Identität hervor. Es erweitert mich selbst als Theaterschaffende. Es ist und bleibt ungeheuerlich, was auf der Bühne alles zusammenfinden kann! Was für mich die Arbeit in den verschiedenen Bereichen verbindet, ist die Erzählung an sich. Sie interessiert mich auf Grund ihres prozesshaften Charakters, der Gebundenheit an Zeitlichkeiten und ihrer sehnsüchtigen Gerichtetheit. Ich bin immer wieder überwältigt, welche Linien sie zu ziehen vermag, was sie verbindet oder umgeht und wie unterschiedlich die Geschichten sind, die daraus entstehen. Mit der zurecht aktuell viel zitierten Donna Haraway würde man dann wohl sagen, man kann nur dort wirken, wo man es tut und alles, was damit in Berührung kommt, ist Bestandteil der Erzählung. Es muss nicht nach einer Kunst gestrebt werden, noch muss man sich für einen Bereich entscheiden, sondern pilzförmig verbindet sich das Sein und das Schaffen, auch in deren Negationen, und bringt im besten Fall Früchte hervor. Ob diese dann entdeckt werden oder schmackhaft sind, ist wieder eine andere Frage, die einen komplexen Antwortschweif hinter sich herzieht.

Was Sie auch interessieren könnte

Presse Impressum Barrierefreiheitserklärung AGB Abobedingungen Datenschutz
nach oben

cookie_layer

Unsere Cookies

Damit unsere Webseite optimal funktioniert, verwenden wir für einige unserer Anwendungen Cookies. Dies beinhaltet u. a. die eingebetteten sozialen Medien, aber auch ein Trackingtool, welches uns Auskunft über die Ergonomie unserer Webseite sowie das Nutzer*innenverhalten bietet. Wenn Sie auf "Alle Cookies akzeptieren" klicken, stimmen Sie der Verwendung von technisch notwendigen Cookies sowie jenen zur Optimierung unserer Webseite zu. Weitere Informationen findet Sie in den "Cookie-Einstellungen".

Einstellungen verwalten

Bitte wählen Sie Ihre Präferenz. Sie können diese jederzeit ändern.

Damit unsere Webseite optimal funktioniert, verwenden wir für einige unserer Anwendungen Cookies. Diese können nicht deaktiviert werden, da Sie ansonsten nicht alle Anwendungen nutzen können.

Um unsere Webseite möglichst nutzer*innenfreundlich zu gestalten, haben wir u. a. soziale Medien auf unserer Webseite eingebettet. Dies ermöglicht Ihnen mit nur wenigen Klicks Inhalte im entsprechenden Netzwerk mit Ihren Lieben teilen zu können. Ebenso nutzen wir eine anonymisierte Tracking-Technologie, welche uns Informationen zu z. B. dem Nutzer*innenverhalten, aber auch zur Effektivität & Ergonomie unserer Webseite gibt. Hierfür nutzen wir auch Dienste, welche ihren Sitz außerhalb der Europäischen Union haben können (insbesondere in den USA), wo das Datenschutzniveau geringer sein kann als in Deutschland.

Impressum Datenschutz