Pressestimmen zur Premiere von Sissy
Kein Regisseurs-Betroffenheits-Theater, aber ein bisschen Sentimentalität mit Alpenglühen ...
„Doch zuallererst ist die zugewandte Inszenierung von Frank Hilbrich in dem schönen Bühnenbild (Volker Thiele) und den grandiosen Kostümen (Gabriele Rupprecht) eine Freude für jeden, der sich in der Weihnachtszeit ein wenig Sentimentalität mit Alpenglühen und royalem Liebeserwachen erlauben will“, so Anja-Rosa Thöming von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Die liebevolle Gesamtdarbietung wird in Erinnerung bleiben.“
„Arvid Fagerfjäll in riesen Krinoline eine hinreißende Sissy und irgendwann ist auch überhaupt nicht mehr wichtig, ob jetzt Frauen Männer oder Männer Frauen spielen, es werden einfach Rollen auf die Bühne gebracht“, sagt Uwe Friedrich im Deutschlandfunk Kultur: „Am Bremer Theater wird nicht dieses Regisseurs-Betroffenheits-Theater gemacht, sondern Theater für das Publikum, das Themen von heute verhandelt und das gelingt denen regelmäßig grandios.“
Christine Gorny auf Bremen Zwei: „Um an die berühmten Sissy-Filme anzuknüpfen: die Bremer Operetten-Inszenierung ist ganz großes Kino. […] Es war ein sehr unterhaltsamer und witziger Abend, der die Grenze zum Klamauk nicht überschritten hat, und sogar noch manchen Blick in die Psyche der Figuren zuließ. Das Premierenpublikum gab geschlossen Standing Ovations.“
„Regisseur Frank Hilbrich pustet das herzig-sentimentale Wiener Schauspiel mit Musik zur frechen Boulevard-Revue auf. Mit durchschlagendem Erfolg: Die Premiere am Sonntag wurde einhellig gefeiert“, so Sebastian Loskant im Weser-Kurier: „So kess wie die Fagerfjäll-Sissy im Silberkleid hat noch keine Prinzessin einen Kaiserhof aufgemischt. Und dann gibt es noch zwei gewaltige Pluspunkte. Wie Franz Joseph für Sissy mit zwei Würstchen Charlie Chaplins ‚Brötchentanz‘ nachspielt und sich beide mit dem Kopf in die Geburtstagstorte stürzen, ist eine der innigsten Liebes-Ess-Szenen seit ‚Susi und Strolch‘. Und Fritz Kreislers Musik, ob Walzer, Buffo-Nummer oder eigener Geigenklassiker, verbreitet einfach schönste Operettenlaune.“
„Die Fantasiekostüme von Gabriele Ruprecht wirken sehr genau: Sie zeigen einerseits die Ambivalenz der Protagonisten (Sissy und Max), andererseits die in ihre Rollen Eingeengtheit (Franz Joseph, Ludovica und Sophie) und das mit gemalten österreichischen Bergen versehene Bühnenbild von Volker Thiele rundete den mitreißenden Abend ab, auch die auf der Bühne spielenden Bremer Philharmoniker unter Stefan Klingele, der sich neben seinem Dirigat als virtuos Klavier spielender Hofkapellmeister profilierte“, schreibt in der Neuen Musikzeitung Ute Schalz-Laurenze
„In einem Postkartenidyll, das sich im Laufe des Abends in seine Bestandteile auflösen wird (Bühne: Volker Thiele), lässt Hilbrich die Geschichte mit viel Vergnügen an krachenden Pointen, musikalischem Schmäh und einer gegen die Vorlage gebürsteten Besetzung abschnurren“, so Andreas Schnell in der Kreiszeitung: „Wer mit der Operette als solcher fremdelt, kann sich eines Besseren belehren lassen.“