Kleines Haus

Coexist

von Adrienn Hód - Hodworks / Unusual Symptoms
Eingeladen zur TANZPLATTFORM DEUTSCHLAND 2020

„Auf dem Altar der Kunst sind Dinge erlaubt, die im wahren Leben verboten sind. Das macht Kunst zu einem Spiel – einem Alibi, das uns auf freien Fuß setzt.“ (Adrienn Hód) – Adrienn Hód gilt als eine der wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen Tanzszene Ungarns. In ihren Arbeiten widmet sie sich auf spielerische und oft provokante Weise der Suche nach immer wieder neuen tänzerischen Formen und dramaturgischen Prinzipien. In „Coexist“ entfalten zehn Tänzer:innen einen so hinterlistigen wie gnadenlosen Blick auf die Gesellschaft, von der sie und ihre Körper geformt und beeinflusst werden. Mit schwarzem Humor und einer ekstatischen Tanzsprache halten sie der Gegenwart kompromisslos den Spiegel vor. Zwischen persönlichen Geschichten und dem ambivalenten Spiel mit choreografischen Grenzüberschreitungen, konfrontieren sie das Publikum mit den eigenen Erwartungen und fordern es heraus, Klischees und Konventionen in Frage zu stellen.

Produktion: Theater Bremen, OFF Foundation. Mit Unterstützung des Internationalen Koproduktionsfonds des Goethe Instituts, der Conrad Naber Stiftung und der Workshop Foundation. In Koproduktion mit Trafó House of Contemporary Arts, Budapest.



Adrienn Hód is one of the preeminent voices in Hungary’s contemporary dance scene. In her works, she dedicates herself to the quest for new dance forms and dramaturgical principle, in a playful and often provocative manner. In “Coexist”, ten dancers deploy a disingenuous and merciless view on society that shapes and influences them as well as their bodies. Darkly humorous, utilising an ecstatic dance language, they uncompromisingly mirror the present age. Between personal stories and the ambivalent play with choreographic border crossings, they confront the audience with their own expectations and challenge them to question clichés and conventions.

Production: Theater Bremen, OFF Foundation. With the support of the International Co-Production Fund of the Goethe Institute, the Conrad Naber Foundation and the Workshop Foundation. In co-production with Trafó House of Contemporary Arts, Budapest.


Mehr zum Tanz unter www.theaterbremen.de/tanz

  • mit Aaron Samuel Davis
    Gabrio Gabrielli, Jenna Jalonen, Alexandra Llorens, Csaba Molnár, Nora Ronge, Andor Rusu, Jessica Simet, Young-Won Song, Antonio Stella

    Choreografie Adrienn Hód
    Künstlerische Mitarbeit Csaba Molnár
    Ausstattung Anna Lena Grote
    Musik Ábris Gryllus
    Licht Tim Schulten
    Dramaturgie Gregor Runge
    Produktionsleitung Ágnes Básthy, Alexandra Morales
    Künstlerische Beratung Ármin Szabó-Székely
    Produktionsassistenz Andy Zondag
  • „Dann explodiert die Wundertüte des zeitgenössischen Tanzes: Brutal, chaotisch, laut, expressiv und oft unerträglich. Wie unsere gegenwärtige Realität: Doch welche Vielfalt an tänzerischen Möglichkeiten ihr versammelt ist!“ (Rita Argauer und Sabine Leucht, Süddeutsche Zeitung, 9. März 2020)

    „‚Coexist‘ ist ein 90 Minuten dauerndes Kunstwerk. Größer, beeindruckender und auch realistischer, als es in irgendeinem Museum ausgestellt sein könnte. Etwas, das im Detail betrachtet werden will und sich nach und nach dem Betrachter öffnet, bis man fast erschlagen wird. Aber das ist gut so. […] Schauen Sie sich diesen Abend an! Lassen Sie sich darauf ein – und wenn es nicht sofort in Ihrem Kopf zu rattern anfängt, dann nehmen Sie das gesehene mit nach Hause. Denken Sie drüber nach. Schlafen Sie drüber, reden Sie drüber. Ändern Sie etwas im Leben!“ (Marcus Behrens, Bremen Zwei, 25. Mai 2019)

    „So ein stürmischer Jubel war im Kleinen Haus des Theaters Bremen lange nicht mehr zu vernehmen. Mit Beifallskundgebungen, deren Lautstärke dem peitschenden Live-Soundtrack des ungarischen Medienkünstlers Ábris Gryllus kaum nachstand, hat das Premierenpublikum am Freitagabend ‚Coexist‘ gefeiert, eine ebenso betörende wie verstörende Arbeit der ästhetischen Grenzgängerin Adrienn Hód aus Budapest. […] Es wäre wünschenswert, würde Hód in absehbarer Zeit erneut mit einer so rigorosen, rabiaten und radikalen Arbeit am Theater Bremen gastieren.“ (Hendrik Werner, Weser Kurier, 27. Mai 2019)

    „Ein dunkles Grollen wie von Insektenschwärmen entschwebt dem DJ-Pult von Ábris Gryllus. Er sorgt dafür, dass die greinende Büßerschar verstummt und wie Käfer auf einer vibrierenden Lautsprechermembran über den Tanzboden hüpft. Aus den Performern werden Überwältigte, aus der Provokation ein Parcours für ausdauernde Athleten, die einbeinig über den Boden tanzen, als würde er schwingen und federn wie eine Membran. Es gibt keinen stabilen Grund, keine feste Gewissheit, nur ein Erdbeben. Die Welt folgt einem unerbittlichen Gesetz der Dynamik: Aus dem Chaos der Hüpfer und Werfer wird in den allerletzten Minuten dieses sehenswerten Anderthalbstünders ein Gleichschritt.“ (Arnd Wesemann, Tanz, Juli 2019)

    „Zum Ende einer Saison, die die Tanzsparte am Theater Bremen im Umbruch zeigt, belohnt das Premierenpublikum Hods Arbeit mit ungewöhnlich ausdauerndem, begeistertem Applaus. Der gilt einem Theaterabend, der, wir deuteten es eingangs an, durch viel Entblößung auffällt, die ausdrücklich auch politisch kodiert ist. In der zweiten einer Reihe solistischer Miniaturen, mit denen „Coexist“ eröffnet, ist Jessica Simet, eine von zwei Gästen aus Ungarn, mit einem Koffer zu sehen, mit dem sie ihre Nacktheit kunstvoll verbirgt. Um am Ende ihr Solo der Zensur zu widmen.“ (Rolf Stein, Kreiszeitung, 29. Mai 2019)

    „Die Kompagnie Unusual Symptoms und die ungarische Choreographin Adrienn Hód setzen mit dem aktuellen Tanzstück Coexist ein kritisches Statement zur politischen Lage. Nicht nur in Ungarn, sondern in der ganzen Welt. […] Als Publikum bleiben wir ergriffen, betroffen und gleichzeitig glücklich zurück. Der Premierenapplaus spiegelt diese Gefühle wider. Coexist trifft uns mitten ins Herz.“ (Renate Strümpel, frauenseiten.de, 25. Juni 2019)


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