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Schauspiel

Kleines Haus

Der perfekte Mensch

Eine Performance von Alexander Giesche

„Das moderne Subjekt hat eine neue Pflicht auferlegt bekommen – die Pflicht zum Selbstdesign“ (Boris Groys) –– Der Kurzfilm The Perfect Human des dänischen Filmemachers Jørgen Leth zeigt einen perfekt anmutenden jungen Mann und eine ebensolche jungen Frau in einem unendlichen weißen Raum. Die wesentlichen Fragen des Off-Kommentators sind: Wie sieht der perfekte Mensch aus, wie isst er, wie fühlt er sich? Ein ironisches Projekt, bei dem man sich fragt, ob einem der perfekte Film oder die perfekte Hölle vorgeführt wird.
Was ist Perfektion überhaupt? Muse oder Geißel? Anstoß der eigenen Produktivität? Quelle des Scheiterns oder Auslöser von Angst und Überforderung? Alexander Giesche forderte drei Schauspieler und einen Tänzer auf, ihre individuellen künstlerischen Antworten auf Leths Film und diese Fragen zu formulieren. Daraus entwickelte er ein „Visual Poem“ über die Sehnsucht nach Vollendung und die scheinbar unerschöpflichen Möglichkeiten alltäglicher Selbstinszenierung.

Alexander Giesches Produktion „Der perfekte Mensch“ ist eingeladen worden, um das renommierte Regietheaterfestival Radikal Jung am Münchner Volkstheater zu eröffnen!
Das komplette Programm des Festivals finden Sie hier.

Dauer: 1 Stunde 20 Minuten, keine Pause

  • Annemaaike Bakker, Karin Enzler, Justus Ritter, Andy Zondag
    Regie Alexander Giesche
    Austattung Nadia Fistarol
    Musik Georg Conrad
    Licht Joachim Grindel
    Dramaturgie Regula Schröter
  • „Giesche kreiert Szenen, die unsere Sehnsucht nach Unsterblichkeit umkreisen, sie dabei stets kritisch reflektieren, ohne aber in eine plakative Aussage zu münden. Wenn etwa der Schraubenfetischist seine nächste Erfüllung in der Nachahmung cooler Posen von Models der Modebranche sucht, dann wird darin zwar unsere alltägliche Orientierung an medialen Leitbildern greifbar. Die damit implizierte Kritik an unserem ästhetischen Herdentrieb stößt aber gleich im Selbstgespräch eines Akteurs (Justus Ritter) auf Widerspruch. […] „Der perfekte Mensch“ ist eine heiter ironische Parabel auf ein eigentlich zutiefst tragisches Problem: die Unmöglichkeit dauerhaften Glücks. Indem Giesche für dieses Problem so einfache wie starke Bilder findet, offenbart er, wie oft wir tagtäglich der Sehnsucht nach seiner Lösung unterliegen. Und auf welch vielfältige Weise wir an diesem Versuch scheitern.“
    Johannes Bruggaier, Kreiszeitung, 13. Mai 2013

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