Theater am Goetheplatz

Trüffel Trüffel Trüffel

Premiere
Lustspiel von Eugène Labiche
Aus dem Französischen von Tobias Haberkorn
Regie: Felix Rothenhäusler

„Show me what you got“ (Jay-Z) – Klassenunterschiede und die mit ihnen einhergehenden sozialen Codes sind bestes Komödienmaterial, das wusste schon im 19. Jahrhundert Eugène Labiche. „Trüffel Trüffel Trüffel“ (eigentlich „La poudre aux yeux“, wörtlich übersetzt „Sand in den Augen“), eines seiner über 175 Lustspiele, handelt von Kleinbürger*innen, die einander Großbürgerlichkeit vorspielen, sich gegenseitig, aber sprichwörtlich Sand in die Augen streuen. Sie reden geschwollen daher, ordern eine Unzahl von Trüffelspeisen und abonnieren eine Loge in der Oper, wo nichts anderes läuft als immer wieder „Rigoletto“. Egal: Wer hoch hinaus will, muss hoch stapeln. Fake it, until you make it. Felix Rothenhäusler knüpft mit „Trüffel Trüffel Trüffel“ an seine Arbeit „Die Affäre Rue de Lourcine“ an, ebenfalls von Eugène Labiche, und realisiert die ursprünglich an den Münchner Kammerspielen entstandene Arbeit gemeinsam mit dem Bremer Ensemble nochmals neu.

Dauer: ca. 60 Minuten


Einlass ins Haus: 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn
Einlass in den Saal: circa 20 Minuten vor Vorstellungsbeginn

Neue Spieltermine werden monatlich veröffentlicht!

Mit freundlicher Unterstützung von „Augenblick Optik“
Fotos: Philip Frowein

  • Termine / Karten

    Dienstag, 01. Dezember 2020, 19:30 Uhr
    Montag, 14. Dezember 2020, 19:30 – 20:30 Uhr
  • Besetzung

  • Video/Audio

  • Pressestimmen

    „Sie sind alle gut und es macht kirre, wie sich die gesamte Besetzung so rasend schnell sprechend, aber präzise an den Bruchstellen ihrer Figuren abarbeitet. Beim surrealen Kammerkonzert direkt nebenan steht Nadine Geyersbach als verzweifelt-mitfiebernder Papa mit zitternd geballten Fäusten stumm mitsingend. Vielleicht, weil das Töchterchen (jedenfalls aus seiner Banausensicht) profitträchtig abliefert oder doch auch aus echter Liebe zum Kind? Man weiß es nicht, fragt es sich aber doch die ganze Zeit. Und eben darum ist diese rasante Stunde nicht nur brüllend komisch, sondern im Kleinen auch ganz großes Schauspiel.“ (Jan-Paul Koopmann, taz, 18. September 2020)

    „Rothenhäusler übersetzt die Situationen ins Abstrakte, ins Metaphorische und reduziert dazu auch die Aktionen auf ein absolutes Minimum. Das ist das Rezept, nach dem er inszeniert, und das im Moment fast schon unheimlich genau in eine Zeit passt, in der Turbulenzen auf der Bühne tabu sind. […] Im Hintergrund pulsiert kaum vernehmbar ein Beat als Grundlage für die rasant gesprochenen Monologe und die hin- und her fliegenden Dialogzeilen. Die haben einen Rhythmus, den die acht Ensemblemitglieder so beeindruckend perfekt verinnerlicht haben wie eine Band, die den 60-minütigen Remix eines ihrer Hits spielt. […] Viel Applaus für das Ensemble und das Regie-Team.“ (Iris Hetscher, Weser-Kurier, 14. September 2020)

    „Am Ende gab es sehr viel Beifall für alle. Absolut verdient. Es war ein schöner, lustiger und in sich runder Abend. Auf jeden Fall für alle, die noch nie was von Felix Rothenhäusler gesehen haben – und natürlich für die, die seine Inszenierungen schätzen.“ (Marcus Behrens, Bremen Zwei, 13. September 2020)

    „Das Tolle ist nun: Rothenhäusler gelingt es bereits seit einer Weile seinen auf den ersten Blick spröde wirkenden Regieansatz so präzise auf seine Stoffe anzusetzen, dass sie zumindest scheinbar umstandslos ihre Essenz freigeben. Im Falle Labiches ist es der durchaus garstige Spott über den unbedingten und so gut wie zum Scheitern verurteilten Aufstiegswillen des bürgerlichen Subjekts. In dem es sich für den gesellschaftlichen Wettbewerb zurichtet, der stets überwältigend mehr Verlierer als Gewinner produziert, strebt es danach, Funktion zu sein. […] Herausragend neben Deniz Orta Nadine Geyersbach als erfolgloser Arzt und Emil Borgeest als dessen vor Ehrgeiz platzende Gattin, toll auch Irene Kleinschmidt und Ensemble-Neuzugang Shirin Lilly Eissa als Ehepaar Ratinois, durchaus ebenbürtig agieren Matthieu Svetchine als deren zu verheiratender Sohn, Siegfried W. Maschek und Fania Sorel.“ (Rolf Stein, Kreiszeitung, 16. September 2020)

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