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#Geschenkabo Und außerdem

Wenn der Grinch das Geschenkabo stiehlt …

… über Schopenhauer, Missgunst und Kunst. Ein Text von Diana König, Leiterin der Presseabteilung.

Kennen Sie das, wenn jemand auf der Arbeit Sie so ganz traurig macht? Ihnen zufällig und unbewusst zeigt, wie Sie abgebaut haben, Ehrgeiz und Verve verloren gegangen sind? Wie man Ihnen immer weniger zumutet oder zutraut? So ging es mir jetzt gerade: Alle Jahre wieder kurz vor Weihnachten kommt unser Creative Director in mein Büro und fragt mich, ob ich einen Text zum Geschenkabo schreiben kann. Der soll Sie davon überzeugen, mindestens ein Abo, besser mehrere, vor Weihnachten zu kaufen. Dazu hat er sich meist schon einen Titel ausgedacht. Zu Beginn war es Zu Weihnachten etwas Gehegeltes. Es wurde ein Text, in dem ich mit Hegels Freiheitsbegriff schön begründen konnte, warum Sie ein Geschenkabo brauchen. Im nächsten Jahr war es dann schon „nur“ noch ein Text über Kant und den Unterschied zwischen Kunst und Geschmack, der hieß Last Christmas I gave you my … Geschenkabo. Letztes Jahr hieß der Artikel Solo amore oder Abo per due – das war schon ganz ohne Philosoph und ging über ein neues, nein – eigentlich über sein (das des Creative Directors) neues Dating-Format am Theater. Und dieses Jahr kommt mein Kollege in mein Büro und gibt mir den Titel: „Wenn der Grinch das Geschenkabo stiehlt“. Foto hatte er auch schon. Na danke, da traut er mir wohl gar nichts mehr zu. Von Hegel zum Grinch in nur vier Jahren. Wirklich toll.

Soll ich Ihnen jetzt ein Märchen erzählen?

Da fällt mir wenig ein. Ich arbeite ja im Goethetheater (wie Sie als Bremer:innen immer wieder sagen, obwohl wir nicht so heißen), da kenne ich höchstens den Zauberlehrling. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was Adorno zum Grinch gesagt hätte. Hegel wäre tief verstört gewesen. Kant hätte nie von ihm gehört. Ich weiß eigentlich auch so gut wie nichts über ihn. Da wird dieses Jahr wohl kein Text entstehen, bei dem die schlauen Dramaturgiekolleg:innen oder mein kluger Lieblings-Premierenabonnent mich hinterher drauf ansprechen: Das waren schöne Gedanken zu … dem Grinch? Wieder keine Möglichkeit, zu zeigen, was ich weiß und könnte und was man den ganzen Rest vom Jahr eh nicht sieht und eh nicht wertschätzt. Noch dazu macht der ganze Auftrag ja auch wenig Sinn, denn was will der Grinch mit dem Geschenkabo? Kann man das wirklich gleichsetzen mit dem Stehlen des ganzen Weihnachtsfestes?

Ich versuche Haltung zu bewahren, obwohl mich die Missgunst übermannt.

Ich schaue mir das Foto vom Grinch an. Grün vor Neid und schlechter Laune, verdirbt er den Whos das Weihnachtsfest. Ganz unrecht hat er nicht in seiner Kapitalismuskritik und ganz lustig sind seine Gemeinheiten auch manchmal. Und plötzlich durchströmt mich Erleichterung: Schopenhauer! Der missgünstigste Philosoph, den ich bisher gelesen habe. Er hatte einen solchen Brass auf Hegel (nicht nur auf Hegel, auch auf Kant, auf Frauen, auf seine Mutter, auf alle, die seine Schriften nicht zu Preisschriften gekürt haben), dass er wirklich lange Passagen und Fußnoten in seinem Schreiben dem Fließenlassen seines Hasses gewidmet hat: „Hegel, ein platter, geistloser, ekelhaft-widerlicher, unwissender Scharlatan, der, mit beispielloser Frechheit, Aberwitz und Unsinn zusammenschmierte, ... hat den Verderb einer ganzen gelehrten Generation zur Folge.“ Und ich denke gleich: Wie recht der Schopi hat (ich darf ihn so nennen, ich habe Die Welt als Wille und Vorstellung zwei Mal gelesen und mich auch intensiv mit seiner Kant-Kritik auseinandergesetzt) – ich denke also, wie recht hat der Schopi: Wenn wir jetzt nur noch über den Grinch – der ja auch gar nicht unser Kulturgut ist, also kein Goethe – wenn wir jetzt nur noch über so was und dann vielleicht sogar auch noch über Instagram … dann haben wir wirklich, wie Schopenhauer sagt:

„den Verderb einer ganzen gelehrten Generation“ …

Und ich freue mich gleichzeitig über Schopenhauers Wortgewandtheit, über seine Frechheit, schnell auch über seine Fähigkeit, mitzufühlen, seine Wertschätzung, die er dem Mitleid ausdrückt. Sein im Menschen Mehr als nur den Verstand sehen, sein Suchen nach dem Guten im anderen. Und ich denke, was ich schon immer gedacht habe – dass er eigentlich ein toller Mensch gewesen ist und sicher mehr Gesellschaft hätte haben können, als die seiner Pudel, wenn er nicht so vom Hass zerfressen gewesen wäre und dann denke ich an: den Grinch.

Schopenhauer hätte den Grinch natürlich gehasst. Aber er ist auch: der Grinch.

Und damit wird dann auch sofort klar, warum er alle Geschenkabos gestohlen hat! Denn eine Möglichkeit in Schopenhauers Philosophie, dem Zwang des ihm verhassten Leibes zu entkommen, den Willen zu entmachten, war: die Kunst. Also geht er natürlich ins Theater. Und wenn Sie jetzt, wie ich, so viel Missgunst und, wenn wir ehrlich sind ja anfänglich Trauer und Zurückweisung, Nicht-Gesehen-Werden, empfinden oder einfach einen Miesepeter im Kreis der Zu-Beschenkenden haben, habe ich schon wieder die Lösung für Sie: ein Geschenkabo des Theater Bremen (so heißen wir übrigens). Falls Sie zu schlechte Laune zum Shoppen haben oder sehr lange brauchen, um sich dazu zu überwinden: Sie können es noch bis zum 24. Dezember (mittags) an unserer Theaterkasse kaufen.

 

GESCHENKE, GESCHENKE, GESCHENKE

Verschenken Sie besondere Theatererlebnisse: Das Geschenkabo beinhaltet vier Vorstellungsbesuche, davon zwei im Theater am Goetheplatz (in der dritten Preiskategorie) und zwei im Kleinen Haus. Es kann ab sofort und bis zum 24. Dezember (bis 14 Uhr) für 100 € an der Theaterkasse erworben werden und ist bis zum Ende der Spielzeit einlösbar (exkl. Premieren, Gastspiele, Sonderveranstaltungen).

 

Veröffentlicht am 14. November 2025.

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