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#Danke! Und außerdem

Wer passt jetzt auf uns auf?

30 Jahre lang hat Sylvia Geffken am Theater Bremen gearbeitet. Jetzt macht sie erst ein Sabbatical und geht dann in den Ruhestand. Eine Liebeserklärung von Pressesprecherin Diana König.

Screenshot einer E-Mail: "aufgrund von Malerarbeiten gesperrt.
 
Es finden auch Arbeiten direkt hinter der Tür statt, nicht dass 
der Maler von der Leiter fällt.
 
Mit der Bitte um Beachtung…..
 
Mit freundlichen Grüßen
 
………………………………
 
Sylvia Geffken"
Wer passt jetzt auf uns auf?

Vor ein paar Jahren ging ich am Ufer eines Sees spazieren und zwei Kinder spielten in einer Grotte nahe am Wasser. Die Mutter rief im Weitergehen, dass sie und die anderen hinten im Park auf die beiden warten würden. Nach einem Moment Stille kam aus der Grotte eine entsetzte Nachfrage: „Und wer passt dann jetzt auf uns auf?“ An diesen Moment muss ich seit einigen Wochen häufig denken. Denn die Leitung unserer Hausverwaltung, Sylvia Geffken, verlässt Ende des Monats das Theater.

Um zu verstehen, dass sie die gute Seele unseres Hauses ist, muss man ein paar Jahre dabei sein.

Als ich hier im Theater Bremen anfing, im Sommer 2018, stand ich in einem recht großen, recht leeren Büro. Ich dachte, gelegentlich könnten sicher Pressetermine bei mir stattfinden und fand, ein Sofa aus dem Fundus wäre doch eine schöne Sache. „Das machen wir nicht“, sagte Sylvia damals zu mir: „da musst du die Deko fragen, aber die geben für die Büros nichts raus.“ Seit einigen Jahren habe ich nun schon ein Sofa, ein Sofa, für das Sylvia mir extra einen neuen Bezug besorgt hat. Denn jeder der unzähligen Bitten, die täglich an die Hausverwaltung gerichtet werden, geht sie nach. Ihre Strategie, um möglichst lange ihre eigentliche Weichheit und ihr gutes Herz zu verbergen ist, so denke ich es mir, zunächst mal vieles ablehnen. Aber im Grunde genommen fühlt sie sich für einfach alles verantwortlich. Und – wenn wir ehrlich sind – ist sie das auch irgendwie. (Außer wenn ein Stück kein Erfolg wird, da kann sie nichts für).

Sylvia ist verantwortlich für insgesamt 30 feste Mitarbeitende, darunter allein 14 Reinigungskräfte, der Haushandwerker, die Schlüsselverwaltung, das Einlasspersonal, die Pforte, das riesige Gebäude, dazu studentische Aushilfen …

Wenn jemand eine Konfettikanone auf der Bühne zündet, sieht Sylvia nicht nur den künstlerischen Effekt, sie weiß auch, dass alle Reinigungskräfte das nachher wegsaugen müssen. Deswegen verwenden wir kein kleines Konfetti, nur große Schnipsel. In ihrem Kopf kommen alle möglichen Anforderungen zusammen.

Als zierlich und zäh, humorvoll und zugleich misstrauisch, aber immer herzlich (zu ihrem Leidwesen) würde ich sie beschreiben.

Eine typische Begegnung mit Sylvia sind ihre Gespräche in der Stille. Denn, wähnt sie sich allein, beginnt sie mit den Dingen zu sprechen. Sie steht allein in der Küche und sagt zur Spülmaschine: Dass das auch keiner richtig einräumen kann. Sie steht allein vor dem Kopierer und sagt: Dass da auch niemand mal Papier nachlegen kann. Und wir reden häufig auch über sie – vor allem, wenn sie nicht da ist: „Lass dich von Sylvia nicht erwischen“ ist ein Satz, der bei jeder illegalen Aktion zu hören ist: Illegal ist es zum Beispiel, das Fahrrad mit ins Büro zu nehmen (macht alles schmutzig und ist wegen Brandschutzvorschriften verboten), Dinge über die Holzfußböden zu schleifen (macht Schrammen), die Schalen in der Spülmaschine zu den Tassen zu stellen (ist dann schneller voll), alle Tassen, Dosen und Behälter, die man zu Hause nicht mehr will, einfach in den Theaterküchen „zu vergessen“ (ist ja klar). Auch wenn keine:r erwischt wird – ab und zu kommt alles ans Licht und es gibt per Mail oder Aushang eine Ansage: Räumt auf! So geht das nicht!

Vor allem ist sie verantwortlich für unsere Erziehung.

Denn wir machen viele Fehler. Wir schleppen andauernd das Geschirr aus dem Theatro oder der Kantine in unsere Büros und vergessen es in der Küche. Wir räumen die Probebühnen nicht auf und vergessen Essen und Wasserflaschen. Wir brauchen alles Mögliche auf und kümmern uns um nichts Neues. Wir vermüllen die Kühlschränke, lassen das Licht an, erlauben den Hunden, sich im Foyer auf dem Teppich zu wälzen.

Wir sind furchtbar. Und brauchen jemanden, der uns das sagt.

Und wer wird das jetzt sein, wenn Sylvia geht? Wer passt jetzt auf uns auf? Liebe Sylvia, im Namen des ganzen Theaters: Hab herzlichen Dank für deine Geduld, deine Sorgfalt, dein Pflichtbewusstsein, dein Ermahnen zum respektvollen Umgang miteinander, deine Herzlichkeit, dein Lachen – und mein Sofa!  

 

Veröffentlicht am 29. April 2026.

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