Musiktheater

Theater am Goetheplatz

-- kein Titel --

Oper in drei Akten von Richard Wagner
Text vom Komponisten
Musikalische Leitung: Markus Poschner
Regie: Benedikt von Peter

„Es soll keiner über sich hinauswachsen, es soll alles unter uns bleiben.“ (Elfriede Jelinek) ­— Das Nationalistische klebt an Richard Wagners „Meistersingern“ wie eine zähe Verkrustung: 1924 führte das Bayreuther Publikum Sachsens Schlussansprache „Ehret Eure deutschen Meister“ in den kollektiven Gesang der Nationalhymne über; zur Nazi-Zeit wurde das Werk gespielt, um Soldaten für den Krieg zu stärken. In der Tat erweist sich der Kunstdiskurs der singenden Handwerker als ein versteckter politischer, die ästhetische Debatte als eine verkappte ideologische Allmachtsvision.
Doch was liegt unter dieser nationalistischen Schicht? In was für einer Welt lebt Eva, die aus der Enge ihres von übergriffigen Vaterfiguren dominierten Kosmos fliehen will? Inwiefern tangiert die Ideologie der Väter die persönliche Freiheit der jungen Frau? Wo also beginnt die Politik ins Private hineinzugreifen? Markus Poschner und Benedikt von Peter wagen sich an Wagners Oper, um diesen Fragen nachzugehen.

Dauer: ca. 5 Stunden 30 Minuten, zwei Pausen mit erweiterter Bewirtung