Schauspiel
Kleines Haus / ausverkauft
Mario und der Zauberer
nach Thomas Mann
18 Uhr Einführung
„Freiheit ist ein ständiger Kampf.“ (Angela Davis) — Eine Familie im Urlaub: Sie baden im Meer, liegen am Strand und werden durch ihre bloße Anwesenheit zum Problem für die Einheimischen. Eine Atmosphäre der Beklemmung macht sich breit. Da scheint eine Zaubershow eine willkommene Ablenkung. Die Nacht bricht an, das Spektakel beginnt. Sobald die Peitsche des Zauberers erklingt, beginnen sich die Gäste nach seinen Wünschen zu bewegen. Offenbart der Zauberer nur die Lust und den Willen der Vorgeführten? Oder formt er ihre Gedanken nach seinem Wunsch? Die Nacht wird dunkler, das Spiel grotesker. Bis der unscheinbare Mario, erst noch eingenommen vom Verführspiel des Zauberers, aufschreckt und sich aus dem Bann zu befreien versucht. Ein Schock. Eine Befreiung? Thomas Manns Novelle gilt als Analyse des aufkommenden Faschismus im Italien der 1920er-Jahre und bleibt in ihrer Auseinandersetzung mit der schleichenden Verschiebung des Sagbaren und der Verführbarkeit des Menschen ungebrochen aktuell.
- Sonntag, 25. Januar 2026, 18:30 – 19:50 Uhr / ausverkauft (Eintrag zur Warteliste)
Freitag, 30. Januar 2026, 19:30 – 20:50 Uhr
Mittwoch, 11. Februar 2026, 19:30 – 20:50 Uhr
Samstag, 14. Februar 2026, 19:30 – 20:50 Uhr
Dienstag, 10. März 2026, 19:30 – 20:50 Uhr
Sonntag, 22. März 2026, 18:30 – 19:50 Uhr
Weitere Vorstellungen in Planung. - Irene Kleinschmidt, Mathilda Maack, Ruben Sabel, Alexander Swoboda
Regie Caroline Anne Kapp
Bühne Amina Nouns
Kostüme Carla Renée Loose
Musik Florian Wulff
Licht Katrin Langner
Dramaturgie Johannes Schürmann
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- „Regisseurin Caroline Kapp bemüht sich schon um eine zeitlose Inszenierung. Dabei bleibt die feinsinnige Sprache Thomas Manns meistens erhalten. Die vier Darstellenden teilen sich die Rollen im ständigen Wechsel, ob Verführer und Verführte, Kinder und Erwachsene.“ (Christine Gorny, Bremen Zwei, 18. Januar 2025)
„Das liegt auch an einer klugen Gegen-den-Strich-Besetzung. Den nervös-blasierten Familienvater spielt, als Wiedergänger des aufstrebenden Thomas Mann, mit schöner Spannkraft Ruben Sabel. Mathilda Maack steht ihm als gereizte Gattin in nichts nach. Während so die Youngsters des Ensembles die Eltern darstellen, übernehmen mit Irene Kleinschmidt und Alexander Swoboda erfahrene 50+-Kämp*innen die Kinderrollen. Und ja, zuzusehen, wie Swoboda diesen einen abscheulichen, wehleidigen Jungen aus der Novelle verkörpert, das ist ein Fest für sich.“ (Benno Schirrmeister, taz, 20. Januar 2026)
„Das ist hübsch angerichtet an einem leeren Pool, über dem ein weißer, vorn und hinten offener Quader schwebt (Bühne: Amina Nouns), an dessen Rand sich das darstellende Quartett aus Irene Kleinschmidt, Mathilda Maack, Ruben Sabel und Alexander Swoboda eben nicht besonders vergnügt und postdramatisch mit Ansage herumtreibt […]. Gewandet hat Carla Renée Loose das Quartett in Kostüme irgendwo zwischen antiker Toga und Bademoden.“ (Andreas Schnell, Kreiszeitung, 20. Januar 2026) - In dieser Inszenierung werden Bühnennebel, Gegenlicht, flackernde Lichteffekte und nach etwa einer Stunde Stroboskoplicht eingesetzt. Das Stück thematisiert Nationalismus und Ausgrenzung, verwendet Elemente faschistischer Sprache und enthält Beschreibungen des Eingesperrtseins im Dunkeln. Szenen mit Gewaltdarstellungen, Hypnose sowie plötzliche laute Geräusche (Peitschenknall) sind Teil der Aufführung.